Efeusammlung Krebs bleibt erhalten

Garten Fam. Krebs in Stolk, April 2013 (Bild: Horst Foryta)Unser ehemaliger Vorsitzender Robert Krebs kündigte schon 2012 an, seine über 20 Jahre alte Efeusammlung in Stolk, Schleswig-Holstein, aus Altersgründen aufgeben zu wollen. Aus diesem Grund nahm die Deutsche Efeugesellschaft noch im selben Jahr zum Netzwerk Pflanzensammlung Kontakt auf. Das Netzwerk ist an die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft in Berlin angegliedert und hat es sich zur Aufgabe gemacht für bedrohte Pflanzensammlungen in Deutschland u.a. geeignete Nachfolger zu finden. Im Herbst 2012 konnte mit dem Garten von Marihn in Mecklenburg ein Interessent ausfindig gemacht werden.

im Garten von Marihn April 2013 (Foto: Horst Foryta)Das Team im Garten der Fam. Krebs in Stolk, April 2013 (Bild: Horst Foryta)Auf Grund der Witterungseinflüsse war ein Umsetzen der Pflanzen von Stolk nach Marihn erst 2013 möglich. Treibende Kraft hinter all den Aktivitäten war der Parkbesitzer Horst Forytta, er hatte den Transport von Schleswig Holstein nach Mecklenburg Ende April mit 8 Mitarbeitern veranlasst. Es mussten etwas 540 Sorten Efeu beschnitten, ausgegraben, verladen und wieder eingepflanzt werden.

Im Schlosspark in Marihn wurden dafür in Vorfeld angemessene Standorte vorbereitet, welche später mit Holzpyramiden versehen werden um dem rankenden Wuchs der Pflanzen Rechnung tragen. Es bleibt nun zu hoffen, dass die Sammlung am neuen Standort möglichst lange erhalten werden kann.

Netzwerk Pflanzensammlungen

Die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. hat 2009 das “Netzwerk Pflanzensammlungen“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Sammlungen von Pflanzen-Liebhaber-Gesellschaften, Pflanzen-Sammlern und Pflanzenfreunden zu erhalten.

Auch in Deutschland gibt es facettenreiche private Pflanzensammlungen, oft stehen und fallen diese mit ihren Besitzern. Viele Sammlungen sind kaum bekannt, die oft unglaubliche Menge an Pflanzenjuwelen und jahrelang erworbenes Fachwissen geht unbemerkt verloren, wenn die Sammlungen aus Alters- oder sonstigen Gründen aufgegeben werden müssen und keinen Nachfolger finden.

Das Netzwerk sieht sich als Koordinator und Auffangbecken solch gefährdeter Sammlungen. Vorbild sind die in Großbritannien und den Niederlanden existierenden Netzwerke. Allein das britische “National Council for the Conservation of Plants and Gardens – Plant Heritage“ betreut zurzeit 630 Pflanzensammlungen, in den Niederlanden wurden immerhin 93 Sammlungen von der Koninklijke Vereniging voor Boskopse Culturen registriert.

Basierend auf den Erfahrungen der beiden Länder soll auch in Deutschland dafür Sorge getragen werden, dieses kulturelle und genetische Erbe so lange wie möglich weiter zu führen. Dazu wird eine gemeinsame Plattform geschaffen um die Vielfalt der Sammlungen zu dokumentieren. Für gefährdete Sammlungen werden Patenschaften gesucht und Pflegeeinsätze vermittelt, um diese für zukünftige Generationen erhalten.

Ein weiterer wichtiger Baustein des Netzwerkes ist der Aufbau von Sammlerportraits und Pflanzendatenbanken zu den einzelnen Sammlungen. Damit soll es Pflanzensammler erleichtert werden untereinander ausgesuchte Arten und Sorten zu tauschen um die eigenen Sammlungen zu erweitern. Eine Verbreitung bedeutender Pflanzensammlungen an mehreren Standorten dient nicht zuletzt dem Erhalt der Sammlungen selbst, bei Ausfall in einer Lage kann notfalls auf Material aus einer anderen Sammlung zurückgegriffen werden.

Für die Erstellung der Datenbanken werden Netzwerkakteure gesucht die ihre eigene Sammlung eintragen oder sich für einen bestimmten Pflanzenschwerpunkt verantwortlich fühlen, in unserem Fall wäre es die Auflistung und Dokumentierung der in unseren Sammlungen vorhandenen Arten und Sorten der Gattung Hedera.

Auch die Deutsche Efeu-Gesellschaft ist bestrebt, sich dem Netzwerk anzuschließen, um einen Erhalt der Sammlungen sicher zu stellen. Daher möchten wir alle Efeu-Enthusiasten aufrufen, sich bei Interesse an unsere Geschäftsstelle oder direkt an das Netzwerk Pflanzensammlungen zu wenden.

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