Efeusammlung der Fuchsiengärtnerei Rosi Friedl

Dieser interessante Artikel von Frau Friedl zeigt, wie auch für einen scheinbar unbunten Efeu nach und nach eine Passion entstehen kann. Frau Friedl betreibt in Markt Indersdorf, nordwestlich von München in erster Linie eine Fuchsiengärtnerei, zu der sich aber inzwischen über 70 Efeusorten gesellt haben. Der Besuch in dieser Gärtnerei lohnt sich  sicher, und auch das Aufsuchen ihrer Homepage ist lohnenswert. Grundsätzlich sei noch betont, dass es zwischen der Deutschen Efeu-Gesellschaft und der Deutschen Fuchsien-Gesellschaft gute Kontakte gibt. So werden beispielsweise die Publikationen beider Liebhabergesellschafen der “Efeufreund“ hier und der “Fuchsienkurier“ dort, kostenlos untereinander ausgetauscht. Nachfolgender Artikel gibt die Entstehung der Sammlung wieder, welchen uns Frau Friedl 2011 freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

ZU MEINER EFEU-SAMMLUNG
von Rosi Friedl

 

BUGA Koblenz BayernschauBUGA Koblenz Bayernschau1999 war ich auf der BUGA in Magdeburg um die dortige Fuchsienschau zu sehen. Man muss ja als Fuchsiengärtnerin auf dem Laufenden sein. In diese Fuchsienschau war eine relativ große Fläche nur für Efeu integriert, ausgestellt vom Botanischen Garten Pirna-Zuschendorf. Efeu war eine Liebe auf den ersten Blick, eine Faszination, die von der Sortenvielfalt ausging. Die hervorragende Inszenierung trug natürlich noch bei. Die Materialien Efeu - Holz - Sand und helle Keramik-Gefäße brauchten keine Kombination mit farbigen Blüten, nein sie wirkten, und wie (bei mir noch immer), Efeu-Bäume (auf eigener Wurzel, geformt mit Stamm und Krone) hatte ich nie zuvor gesehen.

BUGA Koblenz BayernschauBUGA Koblenz Bayernschau

Die Vielfalt der Blätter, von winzig wie H. helix ’Spetchley’ oder ’Königers Auslese’, bis zu den fast 20 cm großen Blattern von H. colchica ’Dentata’ war für mich so beeindruckend, dass ich als Fuchsiengärtnerin fast keine Fuchsien mehr sah. Ich verbrachte einen ganzen Tag auf dem BUGA-Gelände. Das geschichtsträchtige Gelände mit den Schießwällen war für mich zu einer der schönsten Bundesgartenschauen umgebaut worden. Trotz aller Attraktionen im riesigen BUGA-Park zog es mich mehrmals an diesem Tag wieder zurück zur Efeu-Ausstellung. Dieser optische Genuss ging durch und durch.

Gewächshaus Gärtnei Friedl im Sommer 2011Gewächshaus Gärtnei Friedl im Sommer 2011

Wieder zuhause angekommen begann ich mich auf die Suche nach Efeusorten zu machen. Über einige Gärtnereien in der Umgebung ließen sich ein paar Sorten sammeln. Sobald ich noch nicht vorhandene Efeusorten entdeckte, wurde eingekauft. Bei einem Besuch in Pirna-Zuschendorf erhielt ich weitere Sorten. Mittlerweile habe ich über einige nette Kontakte im In- und Ausland so ca. 70 Sorten gesammelt. Gärtnerisch spielten die Efeusorten in meiner Fuchsiengärtnerei eine sehr untergeordnete Rolle. Die Fuchsien stehlen dem Efeu meist die Schau. Ich verwende Efeu gerne als große Topfpflanzen oder als „beruhigende“ Beipflanzung für Fuchsien über den Sommer.

Gewächshaus Gärtnerei Friedl im Sommer 2011Gewächshaus Gärtnerei Friedl im Sommer 2011

2009 gestaltete der Fuchsien-Freundeskreis München zusammen mit dem Botanischen Garten München eine kombinierte Ausstellung Fuchsien & Efeu, an der meine großen Efeu-Unikate teilnehmen durften. Auf den Freisinger Gartentagen hatte ich 2010 erstmals einen reinen Efeu-Verkaufsstand. Das Echo war für mich unerwartet hoch. Dies lag wohl daran, dass die Presse die Informationsarbeit würdigte und entsprechende Beiträge brachte. Nachdem die Fuchsien-Kunden “rebellierten“ gibt es seitdem wieder ein gemischtes Angebot.

Gewächshaus Gärtnerei Friedl im Sommer 2011Gewächshaus Gärtnerei Friedl im Sommer 2011

Gewächshaus Gärtnerei Friedl im Sommer 2011Gewächshaus Gärtnerei Friedl im Sommer 2011

2011 durften die größten Efeus auf die BUGA Koblenz / Bayern-Schau. Die Mutterpflanzen, egal ob Fuchsien oder Efeu, haben ihren Einsatz natürlich auch als Ausstellungspflanzen. Die Fuchsien-Hauptblütezeit fällt bei mir in den Zeitraum ab Mitte Mai. Vorher “gehen die Mütter in die Arbeit“ und liefern Stecklingsmaterial. Die Blütezeit bringt ein kaum vergleichbares Blütenmeer in allen möglichen Farbtönen, zart von weiß über rosa bis lavendel, in kräftigen Farben, von orange über rot, violett bis zu dunkelschwarzblau - und in allerlei Blütenvariationen. Die kleinsten Blüten sind nur wenige Millimeter groß. Die größten, gemessen von einer Sepalenspitze zur gegenüberliegenden, bis zu 20 cm. Viele Fuchsienfreunde nutzen die Chance und sehen sich um diese Zeit nach Neuheiten um, die ich im Kontakt mit Fuchsienzüchten zusammentrage. Und der Efeu bringt wieder etwas Ruhe ins bunte Farbgetümmel.

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