Efeusammlung der Ungarischen Efeugesellschaft

 

Altersform (Foto: Ungarische Efeugesellschaft)Altersform (Foto: Ungarische Efeugesellschaft)Die Ungarische Efeugesellschaft (Magyar Borostyán Társaság) wurde am 10. Februar 1995 von 26 Efeuenthusiasten an der Corvinus Universität in Budapest gegründet. Die Anfang der 1990er Jahre aufgebaute Efeusammlung ist im zur Universität gehörigen Botanischen Garten Soroksár untergebracht, der Botanische Garten selbst wurde im Jahr 1963 in Soroksár Péteri-major (Budapest, XXIII. Bezirk) auf 60 ha angelegt. Schon vor der Gründung der Gesellschaft wurden ab 1970 wissenschaftliche Arbeiten im Zusammenhang mit Hedera Arten und Sorten an der Universität unter der Führung von Frau Dr. Bényei (geb. Márta Himmer) erstellt. Seit dieser Zeit wurden dort fortlaufend heimische Efeus angepflanzt, welche ab den 1980er Jahren in eine fruchtfähige Altersform übergingen.


Hedera helix var. poetarum Arborescens (Foto: Ungarische Efeugesellschaft)Hedera helix var. poetarum Arborescens (Foto: Ungarische Efeugesellschaft)Die Hedera-Klone wurden an verschiedenen Standorten angepflanzt, um die Entwicklungsphasen der Efeus genau zu beobachten und die intraspezifische (ausschließlich für das generative Stadium typische) Variabilität zu studieren. Außerdem wurden die Blattveränderungen von verschiedenen Efeu Sorten beobachtet, deren Blütezeit und die Periode der Fruchtentwicklung als auch die Morphologie von den Blütenständen, Beeren-, Samen- und Blattmorphologie studiert. Parallel mit den morphologischen Untersuchungen wurden auch anatomische Analysen erstellt, histologischen Differenzen zwischen kriechenden und aufrechten Stängeln sowie die Anatomie von Blütenstandachse und den Früchten beobachtet. Diese Ergebnisse werden regelmäßig in wissenschaftlichen wie auch in populärwissenschaftlichen Zeitschriften publiziert.

In den letzten Jahren wurde der Kontakt zu Efeufreunden, Hobby-Gärtnern und Spezialisten vertieft. Dadurch konnte die Efeusammlung ständig erweitert werden, neben Exemplaren von einheimischen Standorten bereichern auch Efeupflanzen von verschiedenen europäischen Botanischen Gärten und Privatsammlungen den Bestand. Im Jahr 2011 umfasst die Sammlung der Ungarischen Efeugesellschaft 11 Efeu Arten sowie etwa 120 Sorten, seit dieser Zeit liegt die Verantwortung der Sammlung in den Händen von Gábor Bottlik. 2012 ist János Sára der Vorsitzenden der Ungarischen Efeugesellschaft. Er verfügt über große Erfahrungen im Fachbereich Naturschutz. Frau Bényei, die sich in ihrer Forschungsarbeit auf Efeu spezialisiert hat, war immer die wissenschaftliche Vorsitzende der Gesellschaft.

Die Zielsetzungen der Gesellschaft ist es, neben dem Aufbau wissenschaftlicher Beziehungen zu anderen Institutionen vor allem die Popularisierung der Efeupflanzen und die Darstellung der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von kultivierten einheimischen Sorten. Ein weiteres Betätigungsgebiet ist die Anwendung und Bedeutung von Efeu Motiven (und anderen Pflanzen-Motiven) in der Literatur und in der bildende Kunst. Das rege Vereinsleben wird neben den jährlich stattfindenden Ausstellungen auf dem Campus der Universität und Efeu Tauschbörsen im Botanischen Garten Soroksár durch monatliche Treffen geprägt, außerdem werden regelmäßig Veranstaltungen für die Mitglieder organisiert. Dazu werden botanische Exkursionen in weniger bekannte einheimische Landschaften angeboten, und interessante Efeusammlungen oder besondere Efeuexemplare in der Umgebung besichtigt.

Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit der Ungarischen Efeugesellschaft ist die Auslese von neuen ungarischen Sorten, vorwiegend Arborescens Typen. Diese Altersformen können schon von dem ersten Lebensjahr an blühen und verfügen im Vergleich zu den natürlichen Altersformen über einen viel reicheren Blüten- und Fruchtansatz. Außerdem wurde ein Bewurzelungsprozess für die Anzucht von Altersformen entwickelt, welcher 90 % Bewurzelungsrate erreicht. Dank der züchterischen Tätigkeit von Márta Bényei, Géza Facsar und Gábor Bottlik konnten in den letzten Jahren 6 juvenile Sorten (Börzsöny, Zebegény, Arács, Nagybörzsöny, Negro und Krokó) sowie 4 Altersformen mit buschigen Wuchs (Soroksár, Kékcsillag, Márvány, Csocsoszan) ausgelesen werden. Diese Sorten wurden von der Corvinus Universität und dem angeschlossenen Botanischer Garten Soroksár zur staatlichen Registrierung eingereicht.

H. helix 'Arács' (Foto: Ungarische Efeugesellschaft)H. helix 'Arács' (Foto: Ungarische Efeugesellschaft) H. helix 'Kékcsillag' (Foto: Ungarische Efeugesellschaft)H. helix 'Kékcsillag' (Foto: Ungarische Efeugesellschaft)

Gegenwärtig konnte die Anzahl der Mitarbeiter, die auf dem Gebiet der Hedera Forschung am Botanischen Institut der Corvinus Universität Budapest tätig sind, durch die finanzielle Unterstützung des TÁMOP Projekts, erhöht werden. Das Vorhaben hat die Aufgabe mit cytologischen und molekularbiologischen Methoden die Verwandtschaft und Herkunft von unterschiedlichen Efeu Arten und Sorten zu untersuchen.

Webseite der Ungarische Efeugesellschaft und des Botanischen Garten Soroksár.

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