Hedera algeriensis 'Argyle Street'

Hedera algeriensis 'Argyle Street' (Foto: A. Hönemann)Hedera algeriensis 'Argyle Street' (Foto: A. Hönemann)Die Sorte ist schon seit Anfang der 1970er Jahre bekannt, sie wird 1976 in einer Chromosomenuntersuchung von Hugh McAllister, Universität Liverpool, UK, ohne weitere Angaben erwähnt. 1983 wird in einem Artikel von Hugh McAllister & Alison Rutherford über die neuesten Erkenntnisse der Hedera Arten berichtet. Dort ist zu erfahren, dass Hedera affine algeriensis (gemeint ist hiermit der heutige Hedera algeriensis) mit zwei verschiedenen Blattformen aufzufinden ist. Eine davon trägt die Bezeichnung ‘Argyle Street‘, die Sorte wird nach einer Straße in der Stadt Helensburgh in West-Schottland benannt. Alison Rutherford wurde auf eine Pflanze mit dem leuchtenden gelb-grünem Laub aufmerksam, welche dort durch einen Riss einer alten Gartenmauer hindurch wuchs. Es musste sich dabei um eine betagtere Sorte handeln, denn sie war zu der Zeit nicht in Kultur und wurde nur noch in älteren Gärten gefunden.

Erstaunlicherweise hatte der Efeu dort sogar den harten Winter 1981/82 an einer Südseite überstanden. Es war der schlimmste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Raum Glasgow vor damals 90 Jahren, sogar der an sich harte Hedera helix hatte sein Laub eingebüßt. Obwohl ‘Argyle Street' keinerlei Winterfärbung in den Blättern bildet, hatte die Pflanze überlebt. Die Beobachtung rüttelt an der allgemein verbreiteten Theorie, dass ein hoher Anthocyan-Gehalt in der Pflanze (welcher u.a. für die teilweise attraktiv gefärbte Winterbelaubung verantwortlich ist) als Überlebensfaktor von Bedeutung ist.

Der Efeu ist bei der Amerikanischen Efeugesellschaft mit der Erwerbsnummer AIS 87-173 gelistet. Im Pierot Classification System wird die Pflanze als Ivy-Ivies (I) geführt, was bedeutet, dass das Blatt in der Form einem typischen Efeublatt ähnlich ist.

Die Pflanze hat auf den ersten Blick das Aussehen des typischen schildförmigen H. canariensis. Sie unterscheidet sich aber in der Form der Blattlappen. Der Hauptunterschied zu Hedera algeriensis Typ sind die gestutzten ungelappten bis 3-lappigen, an der Basis herzförmigen Blätter.

Die kräftig wachsende Sorte bildet lange feste Ranken, welche weinrot gefärbt sind. Die Internodien sind  3-9 cm, die Blattstiele sind ebenfalls weinrot. Die 3-lappigen Blätter haben eine Größe von 9-15 x 10-16 cm. Die Blattbasis ist gestutzt bis herzförmig, die Spitzen sind stumpf bis spitz. Die Laterallappen sind nach vorn oder etwas zur Seite gerichtet. Der Terminallappen ist etwa dreimal so groß wie die Laterallappen und breit dreieckig. Die hellgrünen Blätter sind im Jungstadium glänzend, die Adern sind hell. In voller Sonne ist 'Argyle Street' blass gelb-grün und markant genug um aufzufallen. In stickstoffhaltigen Böden und im Schatten nehmen die Blätter einen mittelgrünen Farbton an.

Diese Sorte hat die Neigung schnell in die Altersform überzugehen, dann entwickeln sich fast kreisrunde Blätter, ähnlich der von Griseliana. Außerdem kann mit einer gewissen Blühfreudigkeit gerechnet werden.
Aufgrund der guten Wuchseigenschaften ist 'Argyle Street' zum Beranken von Mauern und Zäunen geeignet oder als Solitärpflanze. Ob die heute im Umlauf befindlichen Pflanzen über die gleiche Winterhärte verfügen, welche Alison Rutherford an dem Efeu 1982 festgestellt hatte, lässt sich nur durch Freilandtests herausfinden.

Lit:
Hugh McAllister, 1976, Chromosomenuntersuchung
Hugh McAllister & Alison Rutherford, 1983, The Species of ivy, in: Ivy Journal December 1983 Vol. 9 No. 4, S. 45 – 54
Alison Rutherford, 1989, Ivy unfamiliar, in: Journal of the British Ivy Society Vol. 12, Part 2, May 1989, S. 14-15
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA

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