Beschreibung der Art Hedera canariensis

Diploid 2n = 48

Das Pflanzmaterial von diesem Efeu wurde von Professor Pierre Marie Auguste Broussonet, einem französischen Arzt, Botaniker und Zoologen (1761-1807) auf den Kanarischen Inseln zwischen 1799-1803 gesammelt. Davon gelangte ein Teil zu Augustin-Pyrame de Candolle sen. (1778–1841), einem Schweizer Botaniker und Naturwissenschaftler, und zu dem deutschen Botaniker Carl Ludwig von Willdenow (1765 – 1812). Letzterer beschrieb den Efeu aus Teneriffa 1808 im Magazin Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. Die Pflanze erhielt eine Reihe verschiedener Namen, so wurde sie als H. algeriensis (Hibberd 1864), H. maderensis (Koch 1869), H. grandifolia (Hibberd 1872), H. azorica (Carrière 1890), H. sevillana (Sprenger 1903) und H. canariensis var. azorica (Bean 1914) bezeichnet. Seemann (1864) erkannte die Pflanze als Hedera canariensis, brachte sie aber unglücklicherweise mit dem Irischen Efeu H. hibernica in Verbindung. Mit einer detaillierten Beschreibung des anerkannten Hedera canariensis von Willdenow schufen Lawrence und Schulze (1942) Klarheit in diesem Punkt. Bean (1973) bekräftigte schließlich, dass Hedera canariensis mit der Pflanze die wir heute kennen übereinstimmt und wies auf die Verwechslung in den Katalogen im 19. Jahrhundert zwischen H. canariensis und H. hibernica hin.

Der Efeu von den Kanarischen Inseln kommt dort endemisch in feuchten, bergischen Lorbeerwäldern vor. Nach einigen schweren Winter im 19. Jahrhundert glaubte man er sei ausgestorben, so wurde der Efeu aber in den 1970ern wieder gefunden.

Hedera canariensis besitzt ein mittelschnelles Wachstum und grünes Blattwerk, im Winter oft tief bronzefarben mit grünen Nerven. Die schwach 3-lappigen Blätter sind 10 – 20 cm lang und haben auffallend weinrote Blattstiele und Stängel. Die Schuppenhaare sind rotorange gefärbt und 10 – 15 strahlig. Der Blütenstand, welcher in unseren Breiten selten zur Entwicklung kommt, ist größer als bei H. helix; die Beeren sind schwarz. Einige wichtige Unterschiede zwischen H. algeriensis und H. canariensis sind der bei H. algeriensis vorherrschende wesentlich schnellere Wuchs und die meist glänzenden und größeren Blätter sowie die Neigung zur Ausprägung von eher seitwärts gerichteten Lappen. Bei H. canariensis sind die Lappen mehr nach vorn ausgerichtet bei verminderter Blattgröße und matter Textur. Von Hedera canariensis gibt es nur die Art, es sind keine Sorten in Kultur.

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