Hedera helix 'Crenata'

Die Efeusorte wird erstmals 1864 bei Hibberd erwähnt und von William Paul, Cheshunt, London, mit "Blätter grün, breit, regelmäßig eingeschnitten; die Nerven sehr deutlich, ähnlich, jedoch größer als die von H. h. 'Palmata' in “Gardener's Chronicle“ 1867 beschrieben. Dort sind schon zwischen den Sorten ’Crenata’ und 'Pennsylvanica' kaum Unterschiede heraus zu lesen.

Der Name ’Crenata’ bedeutet gekerbt und bezieht sich auf die eingekerbte Blattform. Hibberd (1872) nannte ihn "wrinkled ivy" (wegen der faltigen Blattoberfläche?) und betrachtete ihn als Zwischenform von ’Palmata' und 'Digitata’; "Die Blätter sind breit, in der Regel fünf lappig und fingerförmig, aber weniger deutlich als bei 'Digitata'; die Kanten sind sehr gekerbt und die Farbe ist eine leichtes Grasgrün." 1889 schreibt Hibberd: “Crenata gehört zur Gruppe der Palmata und Digitata, ist aber weniger groß als die beiden, sehr ordentlich fünflappig, der Basallappen ist kurz und abgerundet, die Seitenlappen und der Mittellappen ist keilförmige und scharf. Die Farbe ist ein helles Grün, mit auffällig weißlichen Venen, gelegentlich leicht Blasen: immer glänzend, sauber und angenehm.“

Nach 1890 ist die Sorte kaum noch im Handel zu finden. Lawrence & Schulze bildeten den Efeu in “Cultivated Ivies“ 1942 ab und meinten, dass die Lappen ein oder zwei Zähne besitzen und die Blattränder wellig sind. Heieck (1987) nennt als mögliche Synonyme: 'Palmata', 'Vitifolia', 'Digitata', 'Digitata Nova', 'Corrugata', und 'Pennsylvanica'.

Letztlich ist es so, dass in der langen Geschichte der Efeukultur mehrere fingerförmigen Efeutypen ausgelesen wurden, bei denen im Laufe der Jahre geringe Unterschiede festgestellt werden konnten, ’Crenata' mit seinen sehr leicht eingekerbten Blätter ist einer von ihnen.
Die Verwechslungen bzw. die unklare Zuordnung der fingerförmigen Efeusorten ist vor allem darauf zurück zu führen, dass sich die jungen Blätter der einzelnen Pflanzen sehr ähnlich sehen und ihre markanten Unterschiede erst im Alter ausbilden.


Mittelfristig sollte eine gründliche Untersuchung und vergleichende Pflanzung der Sorten ’Digitata’, 'Crenata', ’Corrugata’, ‘Mrs. Pollock‘, ’Palmata’, 'Pennsylvanica' und ’Rottingdean’ die einzelnen Unterschiede der Efeus klar herausstellen, auch um festzustellen welche Sorten tatsächlich noch in den Sammlungen vorhanden sind, und bei welchen die ursprünglich beschriebene Struktur verloren gegangen ist, bzw. wo eine falsche Benennung vorliegt.

Der Efeu wurde von der Amerikanischen Efeugesellschaft unter der Bezeichnung AIS 96-050 registriert. Im Pierot Classification System wird diese Sorte als Fans (F) bezeichnet, was bedeutet dass das Blatt fächerförmig ist.

Die lang rankende Sorte besitzt einen kräftigeren Wuchs als ’Palmata’. Die Triebe sind violett-grün, die Internodien 2-4 cm. Die Blattstiele sind violett-grün und 2,5 bis 5 cm lang. Die fächerförmigen Blätter sind in der Regel 5-lappig (manchmal auch 7 lappig) und haben eine Größe von 2-6 x 5-8 cm. Die Blattbasis ist gestutzt, die Enden der Lappen sind spitz. Der Blattrand ist stark gewellt. Das Blatt hat eine glänzende, leicht grasgrüne Färbung. Die Adern sind weiß gefärbt. 'Crenata' ist sehr winterhart und kann als Freilandefeu zur Berankung mittelgroßer Flächen verwendet werden.

Für ’Crenata’ können einige Unterscheidungsmerkmale festgestellt werden. ’Crenata’ wächst zum Beispiel viel stärker als ’Palmata’.
Die Sorte ist meist 5-lappig und bildet nicht so schnell 7 Lappen wie ’Digitata’; sie ist weniger tief eingeschnitten als ’Digitata', die Einbuchtungen zwischen den Lappen sind mehr geriffelt als scharf geschnitten; die Blattränder sind wellig und unregelmäßig, nicht wirklich gekerbt, aber nicht glatt wie bei andern fingerförmigen Efeus; das Blatt ist glänzend und hat eine leichte grasgrüne Farbe, es ist nicht so dunkelgrün gefärbt wie in der Regel die anderen fingerförmigen Sorten; der Terminallappen ist schmal rhombisch und nicht schmal fingerförmig.

Lit.
Gerd Krüssmann, 1977, Handbuch der Laubgehölze - Band 2, Paul Parey Berlin
Ingobert Heieck, 1987, Hedera Sorten, Ihre Entstehung und Geschichte dargestellt am Sortiment der Gärtnerei Abtei Neuburg, Gärtnerei Abtei Neuburg, S.24
Ing. G. Fortgens & H. J. van de Laar, 1989, Hedera (winterharde bodembedekkers), Dendroflora 26, S.43 – 66
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.65
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA
Laurence C. Hatch, 2010, Website IVYfile, New Ornamentals Society, Raleigh, North Carolina, USA

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