Hedera helix 'Dealbata'

Dieser Efeu wird erstmals 1872 von Shirley Hibberd, Großbritannien, in “The Ivy“ beschrieben. Als Fundort gibt er die Wälder an den Osthängen von Snowdonia an, eine Region im Norden von Wales welche heute als Nationalpark geschützt ist. Dort tritt sie häufig am Boden auf, als üppiger Teppich aus dunkelgrünem Blattwerk, in welchem hier und da auch rein-weiße Blätter wachsen. Diese sind gewöhnlich klein, gleichmäßig 3 lappig, und variieren wenig in Form und Größe. Nach Hibberds Beobachtungen sind viele dunkelgrün gefärbt und mit einer schwachen, weißen Sprenkelung versehen, während andere ganz weiß und halb durchscheinend sind. Hibberd weist darauf hin, dass die Ausfärbung nur auf mageren Schotterböden erhalten werden kann, ein nährstoffreicher Untergrund trägt zur Vergrünung bei.

In dem Zeitraum nach Hibberds Veröffentlichung sind von ’Dealbata’ keine Aufzeichnungen bekannt. Auch Charles Turner, der Hibberds Efeusammlung später erwarb, nennt die Pflanze nicht in seiner Sortenliste.

Friedrich Tobler, Dresden, erwähnt die Sorte dann 1912 und 1927 in seinen Artikeln über Efeu, er bezeichnet die Blattform als normal hellgrün bis weiß-fleckig und stellt ’Dealbata’ zu Hedera helix var. hibernica (variegata).

1928 erscheint bei L. R. Rusell, Richmond, Surrey, Großbritannien ein Hedera helix ‘Howardiana‘, welcher mit “Blattrand silbrig gefleckt, sehr hübsch im Jugendstadium“ beschrieben wird. Im Katalog von 1932 der Firma Rusell  taucht die Pflanze mit der gleichen Beschreibung aber mit in ‘Howardi‘ veränderten Namen auf. Ein Efeu mit dieser Bezeichnung ist heute noch im Königlichen Botanischen Garten Kew, Richmond bei London zu finden, er wird 2007 in der “Living Collection for Hedera helix" gelistet und ist etwa um 1930 gepflanzt worden. Untersuchungen Ende der 1970er Jahre ergaben, dass dieser Efeu mit Hibberds ‘Dealbata‘ identisch ist. Somit sind die Namen ‘Howardiana‘ und ‘Howardi‘ als Synonym von ‘Dealbata‘ zu betrachten.
Die Autoren Lawrence und Schulze waren 1942 der Meinung, dass ‘Dealbata‘ mit den Sorten ‘Discolor‘ bzw. ‘Minor Marmorata‘ deckungsgleich sei, dies ist aber nicht zutreffend, schon aus dem Grund weil Hibberd sowohl ‘Discolor‘ (‘Minor Marmorata‘)  als auch ‘Dealbata‘ mit jeweils unterschiedlicher Beschreibung veröffentlicht hatte.


Wie schon Tobler (1927) stellt auch McAllister ’Dealbata’ zu Hedera hibernica, und zwar 1976 nach einer Chromosomenuntersuchung; ebenso Hazel Kay 1997 in ihrem Buch “Ivies“. Leider sind nähere Angaben dazu nicht bekannt. Aus diesem Grund, und da die meisten Autoren ’Dealbata’ als Hedera helix betrachten, verbleibt ’Dealbata’ in der Hedera helix Liste.

1978 gelangte der Efeu als ein 'Howardii' Abkömmling des Botanischen Garten Kew von Peter Q. Rose, Winkfield, Großbritannien, in die Efeusammlung zu Ingobert Heieck nach Heidelberg.
Bei der Amerikanischen Efeugesellschaft ist die Sorte mit der Erwerbsnummer AIS 80-101 gelistet. Im Pierot Classification System wird sie als Variegated Ivies (V) und Ivy-Ivies (I) geführt, was bedeutet, dass das Blatt mehrfarbig und in der Form einem typischen Efeublatt ähnlich ist.

Die lang rankende Pflanze bildet dünne grün-violette Triebe, die Internodien sind 3 bis 3,5 cm. Die Blattstiele sind violett und ebenfalls sehr dünn. Sie haben eine Länge von 2 cm. Die dreieckigen bis pfeilförmigen Blätter sind 3 lappig und haben eine Größe von 3-5 x 4-6 cm. Die Blattbasis ist leicht herzförmig, die Blattspitze ist zugespitzt. Das Blatt ist zwischen den Lateral- und Terminallappen flach eingebuchtet oder ganz ungebuchtet. Die Grundfarbe des Laubs ist dunkelgrün, besonders junge Blätter sind mit unregelmäßigen, zarten, weiß-beige Flecken und Tupfen versehen. Es können auch völlig weiße Blätter vorkommen. Später verliert sich die Färbung und Sprenkelung, die Blätter vergrünen mit zunehmendem Alter. Diese Eigenschaft kann durch Kultivierung in nährstoffarmen Boden ohne Düngung verringert werden. Die Efeusorte eignet sich für Freilandzwecke, so zum Beranken von Gegenständen, Mauern oder Flächen. Die Winterhärte ist gut bis sehr gut.

’Dealbata‘ hat etwas Ähnlichkeit mit der Sorte 'Minor Marmorata' (Syn. ’Discolor’) und wird ab und zu mit dieser verwechselt. Im Unterschied zu ‘Minor Marmorata‘ hat ’Dealbata‘ aber ein 3 lappiges Blatt und eine unbeständige Färbung, während das Blatt von ‘Minor Marmorata‘ 5 lappig, breiter und mit einer stabileren Panaschierung versehen ist.

Lit:
Friedrich Tobler, 1912, Die Gattung Hedera, Verlag Gustav Fischer Jena
Friedrich Tobler, 1927, Die Gartenformen der Gattung Hedera, in: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Jahrbuch 1927, S.1-33
Complimentary Ivy for New Members, H. h. ‘Minor Marmorata‘ (first half 1981), 1981, in: The Ivy Bulletin June 1981 Volume 7, Part 2, S. 6-10
Peter Q. Rose, Efeu, 1982, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, S.63-64
Ingobert Heieck,1983, 7. Gesamtliste 1982/83, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg-Ziegelhausen
Ingobert Heieck, 1987, Hedera Sorten, Ihre Entstehung und Geschichte dargestellt am Sortiment der Gärtnerei Abtei Neuburg, Gärtnerei Abtei Neuburg, S.68
Hazel Kay, 1997, Ivies, A Wisley Handbook (RHS), Cassell Educational Limited, London, 1997, S.51-60
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA

  • Hedera helix 'Dealbata' 09 (1)
  • Hedera helix 'Dealbata' 09 (2)
  • Hedera helix 'Dealbata' 09 (3)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (1)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (2)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (3)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (4)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (5)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (6)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (7)
  • Hedera helix 'Dealbata' 11 (8)
  • Hedera helix 'Dealbata' 12 (0)
  • Hedera helix 'Dealbata' 12 (1)
  • Hedera helix 'Dealbata' 12 (2)
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button