Hedera helix 'Donerailensis'

Der Efeu ist seit 1854 in England in Kultur und wurde zu dieser Zeit schon unter dem Namen 'Donerailensis' von den Gärtnereien geführt. Entdeckt wurde er bei Doneraile, County Cork, im Süden Irlands. Nach Roses Darstellung (1996) könnte der Name 'Donerailensis' mit der Gräfin von Doneraile in Zusammenhang stehen. Diese stand in regelmäßigen Kontakt zu Sir William Hooker, dem damaligen Direktor des Königlichen Botanischen Garten Kew, Richmond bei London. Doneraile gab viele Gegenstände nach Kew, im Gegenzug erhielt sie von dort Pflanzen. So könnte es möglich sein, dass 'Donerailensis' auf ihrem Gut in County Cork entstanden ist.

Als ’Donerailensis Minor’ war die Pflanze dann in der Efeuliste von Paul zu finden und wurde im Gardener's Chronicle 1867 veröffentlicht. Die Gärtnerei Haage & Schmidt aus Erfurt führte die Sorte 1867 in ihrem Katalog als ’Donerailensis’.
Mit seiner Abneigung gegen Namen von Personen oder Orten veränderte Hibberd den Namen 1872 in seinem Buch ’The Ivy’ in ’Minima’. Um diese Zeit wurde die Sorte ausgiebig in viktorianischen Gärtnerei-Katalogen aufgeführt und vertrieben. Diese sehr alte Pflanze ist heute noch an einer Efeuwand im Botanischen Garten Kew zu finden, allerdings ist sie seit langem in die Altersform übergegangen und es ist schwierig zu beurteilen ob sie mit der heute im Umlauf befindlichen Jugendform identisch ist.

Eine ausführliche Beschreibung der Sorte wurde 1973 von Bean in “Trees and Shrubs hardy in the British Isles“ veröffentlicht. Ingobert Heieck erhielt den Efeu 1970 von der Gartenbauschule Heidelberg und 1981 vom AIS Research Center, Dayton, Ohio, USA. Laurence Hatch bemerkte 2010 in seiner Webseite IVYfile, dass es problematisch sei, die von Hibberd, Paul, Bean und Rose beschriebene 'Doneraliensis’ als eine Sorte zu führen, da "Major" und "Minor" Formen dieses Efeus im Handel waren. Das mag vielleicht daran liegen, dass ausgepflanzte Exemplare von 'Doneraliensis’ dazu neigen ihre Kleinblättrigkeit zu verlieren und viel größere, ’Pedata’ ähnliche Blätter entwickeln. Die ursprünglich beschriebene 'Doneraliensis’ ist kleinblättrig, hat tiefe Ausbuchtungen und einen langen Terminallappen.

Bei der Amerikanischen Efeugesellschaft ist die Sorte mit der Erwerbsnummer AIS  94-017 gelistet. Im Pierot Classification System wird sie als Variegated Ivies (V) geführt, was bedeutet, dass das Blatt in der Form einem typischen Efeublatt ähnlich ist.

Synonyme für Hedera helix 'Doneraliensis’ sind Hedera doneraliense (Hibberd 1872), Hedera helix ’Minima’ (Hibberd 1872). ’Minima’ wird heute als eigenständige Sorte geführt und ist der Sorte ’Pedata’ ähnlich. Außerdem wurden teilweise die heute ebenfalls als selbstständige Sorten geführten, aber mit einer völlig anderen Blattform versehenen Hedera helix var. taurica und Hedera helix ’Pennsylvanica’ als Synonym von 'Doneraliensis’ verwendet.

Die mittelstark wachsende Pflanze bildet lange Ranken oder bis 10 cm hohe Polster. Die Triebe sind grün bis rötlich, die Sternhaare sind 4-6 strahlig, die Internodien sind bei kleinen Pflanzen 1-2,5 cm, sonst 3-5 cm. Die Blattstiele sind violettgrün. Die vogelfußförmigen, drei bis fünf lappigen Blätter sind klein und haben eine Größe von 4-5 x 3-4 cm, manchmal auch 5-6 x 5-6 cm. Der meist schmal dreieckige Terminallappen ist 1½ mal so lang wie die keilförmigen Laterallappen und besitzt die Neigung sich zu verdrehen. Die Basallappen sind nur angedeutet oder sehr kurz. Die Blattränder sind geringfügig gewellt. Die Blattbasis ist herzförmig, die Blattspitzen sind stumpf. Die Blätter sind matt dunkelgrün. Ein unverwechselbares Merkmal der Sorte ist die bronzepurpurne Winterfärbung, diese verstärkt sich bei einem sonnigen Standort intensiv rotbraun. Schon bei jungen Blättern im Sommer oder bei geringer Kälte können sich rotbraune Flecken zwischen den Adern bilden. Die oben genannten Merkmale gelten für Pflanzen in Topfkultur. Da die Blattform und Blattgröße nicht beständig ist verändern sich im Freiland ausgepflanzte Efeus, es bilden sich bedeutend größere, ’Pedata' ähnliche Blätter.

Wenn sich eine Sorte über einen so langen Zeitraum erhält, so ist das sicher ein Zeichen für ihre Brauchbarkeit. Die sehr winterharte ‘Donerailensis‘ mit ihrer ausgeprägten Winterfärbung ist vor allem ein robuster Bodendecker für mittelgroße bis große Flächen, aber auch für Berankungen aller Art sehr gut geeignet, vor allem in rauen, sonnigen bis schattigen Lagen.

Lit:
Friedrich Tobler, 1912, Die Gattung Hedera, Verlag Gustav Fischer Jena
Gerd Krüssmann, 1977, Handbuch der Laubgehölze - Band 2, Paul Parey Berlin
Ingobert Heieck,1983, 7. Gesamtliste 1982/83, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg-Ziegelhausen
Ingobert Heieck, 1987, Hedera Sorten, Ihre Entstehung und Geschichte dargestellt am Sortiment der Gärtnerei Abtei Neuburg, Gärtnerei Abtei Neuburg, S.40
Ing. G. Fortgens & H. J. van de Laar, 1989, Hedera (winterharde bodembedekkers), Dendroflora 26, S.43 – 66
Ingobert Heieck, 1992, Schöne Efeus, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, S.31
Peter Q. Rose. 1995, Some Purple Leaved Ivies, in: Journal of the British Ivy Society, Vol. 18 Part Three December 1995, S. 21-24
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.68-69
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA
Laurence C. Hatch, 2010, Website IVYfile, New Ornamentals Society, Raleigh, North Carolina, USA

  • Hedera helix 'Donerailensis' 08 (8)
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