Hedera helix 'Ferney'

Ein Efeu mit dieser Bezeichnung ist vermutlich in den USA entstanden, zumindest ist diese Sortenbezeichnung dort seit mindestens Anfang der 1970er Jahre bekannt. Zu der Zeit oder früher wird ‘Ferney‘ im Katalog der amerikanischen Baumschule Alestake als Synonym für die Sorte ‘Pin Oak‘ erwähnt. Zwischen 1976 und 1979 erscheint der Name auch ohne nähere Hinweise zum Ursprung in einigen Artikeln in “The Ivy Bulletin“, einer Publikation der Amerikanischen Efeugesellschaft (AIS).

1976 war Henri Schaepman, der damalige Präsident der AIS, in seiner Beschreibung der Sorte 'Itsy Bitsy' der Meinung, dass neben 'Pin Oak' und 'Staghorn' auch die Sorte 'Ferney' mit 'Itsy Bitsy' identisch sei. Dies könnte ein weiterer Hinweis auf die ausschließliche Verwendung der Sortenbezeichnung ‘Ferney‘ als Synonym sein.

’Ferney’ gelangte 1981 vom Research Center der AIS in Dayton, Ohio, USA, zu Ingobert Heieck in die Efeusammlung der Gärtnerei Abtei Neuburg nach Heidelberg. Heieck erwähnte die Sorte in seinem Buch “Hedera Sorten“ 1987 allerdings nicht. Dafür taucht sie 1992 in “Ivies“ von Fearnley-Whittingstall auf, dort wird aber nur auf den dichten und verzweigenden Wuchs hingewiesen. Im selben Jahr findet sich in der Publikation “Which Ivy“ von Ronald Whitehouse  eine schwarz-weiß Abbildung. Das dort zu betrachtende (grüne) Blatt ist 5-lappig und hat kurze oder angedeutete, im 90° Winkel zur Seite gerichtete Basallappen. Die Laterallappen sind im 45° Winkel nach vorn gerichtet. Der Terminallappen ist etwas länger und breiter als die Laterallappen. Die Lappen sind schmal und tief eingeschnitten. Die Basis ist gering herzförmig bis gestutzt, die Blattspitzen sind stumpf.

Der dargestellte Efeu hat Ähnlichkeit mit der Sorte ‘Königers Auslese‘. Whitehouse bildet in seiner Veröffentlichung auch ein korrektes Blatt von ‘Pin Oak‘ ab, was sich natürlich von seiner ’Ferney’ Illustration unterscheidet. Daher ist zu vermuten, dass Whitehouse mit der Bezeichnung ‘Ferney‘ eine andere Efeusorte in seinem Bestand hatte als die meisten anderen Sammler und Autoren, welche ‘Ferney‘ fast immer als ‘Pin Oak‘ ähnlich oder als Synonym für ‘Pin Oak‘ betrachteten.

Auch im Katalog der Gärtnerei Fibrex in Großbritannien wird ‘Ferney‘ 1995 erwähnt, dort mit spitzen Blättern und langen Ranken, eine Abbildung in der Webseite 2005 zeigt ein 'Pin Oak‘ ähnliches Blatt.

Im Katalog der Gärtnerei Ivies of the World aus Weirsdale, Florida, USA, wird 'Ferney' 2000 als Synonym von 'Pin Oak‘ erwähnt. In der neueren (2010) Ausgabe der Website “IVYfile“ von Laurence C. Hatch wird 'Ferney' ebenfalls als Synonym von 'Pin Oak‘ angesehen.

Heiecks ‘Ferney‘ von 1981 ist schließlich die heute in unseren Sammlungen befindliche Sorte, Robert Krebs aus Stolk erhielt sie 1993 von der Gärtnerei Abtei Neuburg in Heidelberg. Diese hat auch ‘Pin Oak‘ ähnliche Blätter, ein wesentlicher Unterschied ist nicht erkennbar. Aus diesem Grund sollte ‘Ferney‘ als Synonym für letztere Sorte geführt werden.

Lit:
Peter Q. Rose, Efeu, 1982, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, S.97
Ingobert Heieck,1983, 7. Gesamtliste 1982/83, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg-Ziegelhausen
Jane Fearnley-Whittingstall, 1992, Ivies, Random House New York, USA, S.126
Ronald Whitehouse, 1992, Which Ivy - Third edition 1992, Whitehouse Ivies, Brookhill, Fordham, Colchester, UK, S.17
Fibrex Nurseries, 1995, Hardy Fern and Ivy Catalogue, Fibrex Nurseries Ldt., Pebworth, UK
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.106
Mail Order Catalog 2000, Ivies of the World, Weirsdale, Florida, USA
Laurence C. Hatch, 2000 & 2010, Website IVYfile, New Ornamentals Society, Raleigh, North Carolina, USA

 

 

 

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