Hedera helix 'Henriette'

Diesen ungewöhnlichen Efeu entdeckte Ingobert Heieck, Heidelberg, 1984 als ein Sport von einem im Gewächshaus angebauten Hedera helix 'Kolibri' und bezeichnete ihn vorerst als ’Kolibri Mutation Nummer 6’. Im August 1990 reichte er ihn mit dem Namensvorschlag ’Henriette’ bei der Amerikanischen Efeugesellschaft (AIS) zur Registrierung ein. Von der AIS erhielt die Sorte die Erwerbsnummer AIS 88-072 und die Registrierungsnummer 9588072.Im Pierot Classification System wird sie als Miniatures (M) und Variegated Ivies (V) geführt, was bedeutet, dass das Blatt klein und mehrfarbig ist.

Der Wuchs ist buschig, oft sehr kompakt und mäßig selbst verzweigt. Durch regelmäßiges Verschneiden kann eine bessere Verzweigung erzielt werden. Junge Triebe und Blattstiele sind rötlich-violett, ältere sind grünlich-violett, die Internodien sind 1-10 mm. Die Triebe sind nicht steif und bewurzeln sich leicht wenn sie den Boden berühren. Die Blattstiele sind im Abstand von 1 bis 2 cm an den Trieben angeordnet und ca. 50-75% so lang wie das Blatt. An den Achselknospen können sich kleine Gruppen von ein bis drei, weniger als 0,5 cm lange Blättchen bilden. Die in der Regel ungelappten Blätter sind länglich, schmal eiförmig, elliptisch oder fast linear. Bei schnellem Wachstum bilden sich oft 1-2 kleine angedeutete Basallappen. Gelegentlich sind die Blätter auch deformiert, sie werden dann suborbicular (fast rund) bis herzförmig.

Die meisten Blätter sind auf Grund der variablen Größe oder wegen dem Fehlen des Basallappen asymmetrisch. Ältere Blätter entwickeln manchmal eine 3-lappige Form mit einer 2-4mm tiefen Ausbuchtung zwischen den Lappen und können runzlig werden. Die Blattgröße beträgt  2,5-3,5 x 0,75-1,5 cm, einige ältere 3-lappige Blätter werden 2-2,5 cm breit.
Die Blattspitzen sind stumpf oder leicht abgerundet, die Blattbasis ist keilförmig mit einer sehr leichten Einengung am Ansatz des Blattstiels. Die Blattbasis ist gestutzt oder in 3-lappigen Blättern leicht herzförmig. In ihrer stark gefleckten Färbung erinnert ’Henriette’ an die Ausgangssorte ’Kolibri’. Sie hat unregelmäßige dunkelgrüne, apfelgrüne, gelbgrüne, dunkel grau-grüne und grau-grüne kleine Flecken oder Punkte in siebzig bis neunzig Prozent der Blattoberfläche und einen weißen bis hell cremefarbenen Hintergrund. Dieser färbt sich bei kaltem Wetter leicht rosa. Die weißen Venen sind erkennbar aber nur schwach ausgeprägt und tragen nicht zur Akzentuierung des Blatts bei.

Leider neigt ’Henriette’ dazu andere Blattformen zu bilden, vor allem wenn sie schnell wächst. So können sich 3 bis 5 lappige Blätter entwickeln, welche in der Form, aber nicht in der Färbung Hedera helix 'Glacier' ähneln. Es können auch große, rundliche, gelappte Blätter ohne die verstreuten Farbflecken auftreten. Einige ältere Blätter sehen aus wie eine Miniatur-Version von ’Kolibri’, sehr alte Blätter können sogar bis zu 80% grün sein. Diese veränderten Blattformen können als interessante Abwandlungen ausgelesen werden, sie sollten aber auf jeden Fall entfernt werden um die Sorte zu erhalten.
’Henriette’ ist im Vergleich zu anderen Sorten durch die kleine längliche Blattform in Verbindung mit der Blattfärbung unverwechselbar. Verwendung findet sie als Topfpflanze in Innenbereich oder Bodendecker für kleine, sehr geschützte Flächen.

Lit:
Cliff L. Coon, 1995 New Registrations Hedera helix cvs. Henriette, Mariposa and Tripod, in: Ivy Journal Summer 1995 Volume 21, S.19-26
Laurence C. Hatch, 2000, Website IVYfile, New Ornamentals Society, Raleigh, North Carolina, USA

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