Hedera helix 'Jersey Doris'

Die Sorte wurde etwa 1966 von Stephen Taffler, Berkhamsted, Großbritannien, dem ehemaligen Präsidenten der Englischen Efeugesellschaft, an einer Hauswand auf der britischen Kanalinsel Jersey entdeckt. Taffler benannte den Efeu nach dem Fundort der Insel Jersey und den Namen der Dame, auf deren Wand der Efeu gefunden wurde. Obwohl die Herkunft von ’Jersey Doris' unbekannt ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass es ein Sport von einer im Freiland gepflanzten Zimmerpflanze ist. Taffler brachte ihn 1972 oder 1973 in die USA zu Mary Ellen Ross von Merry Gardens, Camden, Maine. Von der Amerikanischen Efeugesellschaft erhielt die Sorte die Erwerbsnummer AIS 79-237 und 88-216. 1981 gelangte der Efeu von Stephen Taffler zu Ingobert Heieck nach Heidelberg in die dortige Hedera Sammlung.

’Jersey Doris' ist ein lang rankender, etwas kompakter aber nicht oder begrenzt selbst verzweigender Efeu. Die starken und robusten Triebe sind grün-lila, die Internodien sind 2-3cm. Die Blattstiele sind ebenfalls grün-lila und etwa so lang wie die Blattspreite. Die 5 lappigen Blätter haben eine typische ’Pittsburgh’ Form, sie sind etwa so lang wie breit, wobei die Basallappen in der Größe reduziert sind und in eine herzförmige Blattbasis übergehen. Die Blattgröße beträgt 3-5 x 4-6 cm. Die Blattspitzen sind spitz, die Ausbuchtungen zwischen den Lappen sind flach. Die Besonderheit bei ’Jersey Doris’ sind die cremefarbenen oder hellen gelbgrünen Blätter mit dunkelgrünen Flecken, Sprenkeln oder Punkten. Andere Blätter sind im Zentrum hell- oder gelbgrün gefärbt und besitzen cremefarbene Blattränder und nur vereinzelt dunkelgrüne Flecken oder Punkte. Es können auch grüne Blätter mit einem unregelmäßigen gelbgrünen Rand ohne Flecken oder Sprenkeln vorkommen.

Im Alter neigen die Blätter dazu zu vergrünen. Die der Sorte typische Färbung entsteht meist im Neuaustrieb, aber nur bei guten Lichtverhältnissen. Bei schattigerem Standort können sich die Blätter nicht richtig ausfärben und werden grün, Gewächshauskulturen können völlig vergrünen.
Die Pflanze eignet sich nicht als Zimmerpflanze, sie sollte im Freiland angebaut werden, wo sie an hellen Standorten ihre schöne Blattfärbung ausbilden kann. Leider ist sie nicht ganz winterhart, daher sollten nur geschützte Lagen ausgewählt oder zusätzlich ein entsprechender Winterschutz in der kalten Jahreszeit verwendet werden.

An Hand von Rückschlägen lassen sich die verwandtschaftlichen Verhältnisse zwischen den einzelnen Sorten ablesen, so auch bei ‘Jersey Doris‘. Die Annahme sie sei aus ’Pittsburgh’ entstanden leitet sich von den grünen Blattrückschlägen von ‘Jersey Doris‘ ab, welche der ’Pittsburgh’ sehr ähnlich sind. Peter Q. Rose vermutet hingegen in seinem Buch “Ivies“ (1996), da 'Sally', eine Auslese aus 'Sagittifolia Variegata', eine geringe Ähnlichkeit mit ‘Jersey Doris‘ hat, könnte 'Sagittifolia Variegata' möglicherweise die Ausgangssorte sein. Dagegen sprechen aber die oben erwähnten Rückschläge, ’Sagittifolia’ oder ’Star’ ähnliche Blätter sind bei der Veränderung des Laubs von ‘Jersey Doris‘ unbekannt.

Lit:
Ingobert Heieck,1983, 7. Gesamtliste 1982/83, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg-Ziegelhausen
Sabina Mueller Sulgrove, 1987, New and Noteworthy Ivies: Hedera Helix Cv. Jersey Doris, in: Ivy Journal April 1987 Vol. 13 No. 1, S.18-20
Robert Krebs, 1995, Das “Sport“ -Verhalten einiger Sortengruppen, in: Der Efeu Freund Nr.14, 1995 Ausgabe 2, S.14-20
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.85
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA

  • Hedera helix 'Jersey Doris' 07 (7)
  • Hedera helix 'Jersey Doris' 07 (8)
  • Hedera helix 'Jersey Doris' 08 (2)
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