Hedera helix 'Kobby'

Ein erster Hinweis auf eine Sorte mit dieser Bezeichnung findet sich 1980 in einem Artikel in “The Ivy Bulletin“ der Amerikanischen Efeugesellschaft (AIS). Dort wird über die Winterhärte einiger Efeus berichtet, nähere Angaben zu ’Kobby’ sind da nicht zu finden. 1981 gelangte der Efeu vom AIS Research Center, Dayton, Ohio, USA, zu Ingobert Heieck nach Heidelberg. Von dort bekam ihn Robert Krebs, Stolk, nach 1988 und kultivierte ihn bis heute in seiner Sammlung.

Peter Q. Rose schreibt 1982 in seinem Buch “Efeu“, dass die unter dem Namen
Kobby’ gehandelte Pflanze nichts anderes als ’Maple Queen’ sei (ebenso 1996 in “Ivies“). Roses Feststellung, Kobby’ sei mit ’Maple Queen’ identisch, kann nicht bestätigt werden. Die in unseren Sammlungen vorhandene Kobby’ von Heieck (1981) ist ein Hedera helix Typ und verfügt über keine Gemeinsamkeiten mit ’Maple Queen’, vielleicht hatte Rose zu dieser Zeit eine andere Kobby’.

Leider lassen sich in der Literatur keine weiteren Informationen zu Herkunft und Benennung der Sorte finden. Dieser Umstand lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich möglicherweise um eine Namensverwechslung mit den Sorten ’Knobby’ oder ’Knobby Eight’ handeln könnte. Auf der einen Seite sind beide sehr unterschiedlich, Kobby’ ist ein winterharter, fingerförmiger Hedera helix Typ, während ’Knobby Eight’ nicht über diese Winterhärte verfügt, mehr selbst verzweigend ist und eine völlig andere Blattform besitzt. Andererseits ist eine Benennung zwei so verschiedener Sorten mit fast identischen Sortennamen kaum nachzuvollziehen. Auch die Annahme, die Bezeichnung “Eight“ (= 8) bei Knobby Eight’ lässt auf eine Serie von ’Knobby’ Auslesen schließen, und ’Kobby’ könnte als verwechselte Schreibweise zu dieser imaginären Serie gehören, wird durch die Tatsache dass Kobby’ ein Hedera helix Typ ist widerlegt. Somit wird Kobby’ solange bis andere Angaben gefunden werden als eigenständige Sorte geführt.

Die starkwüchsige Sorte bildet lange Ranken. Die Internodien sind 3-5,5 cm, die auffallend rötlichen Blattstiele haben eine Länge von 4-10 cm. Die fingerförmigen Blätter sind 5 lappig. Der Terminallappen ist etwas länger wie die Laterallappen, manchmal sind Terminal- und Laterallappen gleich lang. Sie zeigen fingerförmig nach vorn. Die Basallappen sind schwach ausgebildet und im 90° Winkel zur Basis angeordnet. Die Blattränder sind von den Mittelvenen der Lappen ausgehend leicht nach oben gebogen. Die Ausbuchtungen zwischen den Lappen sind leicht gewellt. Die Blattbasis ist gestutzt oder leicht abgerundet, die Blattspitzen sind stumpf. Die Blätter haben eine Größe von 5-7 x 5-6 cm. Die Blattfärbung ist mittelgrün, bei kühlen Temperaturen bilden sich am Blattrand und im Zentrum entlang der Venen bräunliche Flecken.

Mittelfristig sollte Kobby’ einer gründlichen Untersuchung und vergleichenden Pflanzung mit den Sorten ’Digitata’, 'Crenata', ’Corrugata’, ‘Mrs. Pollock‘, ’Palmata’, 'Pennsylvanica' und ’Rottingdean’ unterzogen werden, um die einzelnen Unterschiede der Efeus klar herausstellen, auch um festzustellen welche Sorten tatsächlich noch in den Sammlungen vorhanden sind, und bei welchen die ursprünglich beschriebene Struktur verloren gegangen ist, bzw. wo eine falsche Benennung vorliegt.

Lit:
Dave Clark, 1980, Ivy Hardiness Testing, in: The Ivy Bulletin, December 26, 1980 Vol. 6, Part 4, S. 12-13
Peter Q. Rose, Efeu, 1982, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, S.88
Ingobert Heieck,1983, 7. Gesamtliste 1982/83, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg-Ziegelhausen
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.94

  • Hedera helix 'Kobby' 10 (1)
  • Hedera helix 'Kobby' 10 (2)
  • Hedera helix 'Kobby' 10 (3)
  • Hedera helix 'Kobby' 10 (6)
  • Hedera helix 'Kobby' 10 (7)
  • Hedera helix 'Kobby' 16 (2)
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