Hedera helix 'Scutifolia'

Erstmals erwähnt wird dieser Efeu von Hibbert 1872 in seinem Werk “The Ivy“. Dort wird er als mit abgerundeten, dreieckigen, manchmal drei-lappigen Blättern beschrieben, als Synonym gab Hibbert 'Cordata’ an. Unter der Beschreibung Schildförmig wurde er dann in vielen englischen Gärtnereien angeboten. 1942 beschrieben ihn Lawrence und Schulze mit eiförmigen Blättern, welche fünflappig sind, die Lappen sind nicht ausgeprägt, die Blattbasis ist stark herzförmig. In Amerika schreibt Shippy 1950 über den Efeu, er sei drei- bis fünflappig, Schildförmig, matt grün und wird manchmal als ’Lucida’ aufgeführt. Im September 1968 sind in dem Artikel “The Beauty of Hardy Ivy“ im Morris Arboretum Bulletin Abbildungen von ’Scutifolia' und ’Sagittifolia’ zu sehen. Im Vergleich zeigt ’Scutifolia' ein runderes und breiteres Blatt.

Ähnlichkeiten gibt es auch zu anderen Sorten, wie Hedera hibernica ’Deltoidea’. Der Name ’Deltoidea’ wurde und wird auch fälschlicherweise oft für ’Scutifolia' verwendet, da an jungen Pflanzen oft  Blätter vorkommen welche den Abbildungen und Beschreibungen von Hibbert’s ’Deltoidea’ ähnlich sind. Die wichtigsten Unterschiede zu Hedera hibernica ’Deltoidea’, vom unterschiedlichen Chromosomensatz mal ganz abgesehen, sind, dass ’Scutifolia' dünnere Triebe und dünnere Blätter hat, insbesondere nicht den verdickten Rand. Außerdem besitzt das Blatt nicht die auffallende Winterfärbung und es fehlen die überlappenden Basallappen. Das Blatt ist glänzend, die Venen sind grün, bei ’Deltoidea’ ist das Blatt stumpf und die Venen sind eher grau.
Eine Zeit lang wurde auch die Sorte ’Glymii’ irrtümlicherweise als ‘Scutifolia’ bezeichnet.
1979 gelangte der Efeu von Mr. Schaepman's Gärtnerei “The Alestake”, Elkwood, VA, USA, zu Ingobert Heieck in die Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg. Bruder Ingobert vermutet, dass die Pflanze eher dem 1942 von Lawrence und Schulze beschriebenen Efeu ähnlich ist, nicht jedoch mit der von Hibbert 1872 beschriebenen 'Scutifolia'. Die erhaltene Pflanze soll eher den Sorten 'Emerald Gem', 'Bulgaria' und 'Cathedral Wall' ähnlich sein, wobei sich 'Cathedral Wall' durch einen ausgeprägten Terminallappen unterscheidet.

Dies ist insofern interessant, da die in unseren Sammlungen vorhandene 'Scutifolia' von Ingobert Heieck ist, und verschiedene Abbildungen und Beschreibungen zu der Sorte im Umlauf sind. Vor allem die der Sorte ’Mein Herz’ ähnlichen sind mit Vorsicht zu genießen, da dies kein Hedera helix Typ ist und somit nicht über die Winterhärte der richtigen ’Scutifolia’ verfügt.

Der Wuchs ist stark rankend, die Triebe sind lila-grün, die Internodien 4-5cm. Die Blattstiele sind grün bis lila-rötlich. Das Blatt ist grundsätzlich 3-gelappt aber häufig fehlen die Lappen so dass eine ungelappte, rundliche, herzförmige, eiförmig-dreieckige Blattform mit einer einigermaßen deutlicher Spitze entsteht. Diese ist tiefgrün gefärbt und stark glänzend, die Nerven sind heller, die Blattbasis ist stark herzförmig. Die Blattgröße beträgt 4-6 cm mal 7-8 cm. Die Pflanze kann wie der gewöhnliche Hedera helix verwendet werden.

Lit:
Friedrich Tobler, 1927, Die Gartenformen der Gattung Hedera, in: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Jahrbuch 1927, S.1 - 33
Krüssmann, G.,1977, Handbuch der Laubgehölze - Band 2,Parey, Hamburg/Berlin
Ingobert Heieck, 1987, Hedera Sorten, Ihre Entstehung und Geschichte dargestellt am Sortiment der Gärtnerei Abtei Neuburg, Gärtnerei Abtei Neuburg, S.49
Ronald Whitehouse, Which Ivy - Third edition 1992, Whitehouse Ivies, Brookhill, Fordham, Colchester, UK, S. 33
Peter Q. Rose, 1996, Ivies,The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.113
Laurence C. Hatch, 2000, Website IVYfile, New Ornamentals Society, Raleigh, North Carolina, USA

  • Hedera helix 'Scutifolia' 08 (1)
  • Hedera helix 'Scutifolia' 10 (1)
  • Hedera helix 'Scutifolia' 10 (2)
  • Hedera helix 'Scutifolia' 10 (8)
  • Hedera helix 'Scutifolia' 15 (3)
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