Hedera helix 'Temptation'

Den Efeu erhielt Tim Landers von Batson‘s Greenhouses, Zellwood, Florida, USA, im Oktober 1993 von Hedera Plant BV., De Kwakel, Holland, als Hedera helix 'Willy' ('Willie'). Mit der Bezeichnung war aber zu dieser Zeit in amerikanischen Gärtnereien ein grüner Efeu mit anderer Blattform in Handel. Einige Proben der Sorte von Landers gelangten 1994 zur Amerikanischen Efeugesellschaft (AIS), interessanterweise schlugen etwa die Hälfte in die Sorte ’Anne Marie’ um.

Die Sorte von Landers ist identisch mit ’White Gertrud’, einem Efeu den die AIS 1991 von Whitehouse Ivies, Fordham, Colchester aus Großbritannien erhielt. Der Name ’White Gertrude’ ist, obwohl er von der British Ivy Society Ivy 1990 beschrieben wurde (Whitehouse 1990), ein inakzeptabler Namen, weil sich das Adjektiv (Weiß) vor dem Namen eines bereits beschriebenen Efeus (’Gertrud Stauss') befindet. Die von der Amerikanische Gesellschaft AIS verfassten Richtlinien für die Benennung von Efeu sollen verhindern, dass Sorten mit bereits vorhandenen Namen benannt werden. Da ’White Gertrud’ mit Ausnahme des an der Spitze geteilten Terminallappen in seiner Erscheinung der Sorte ’Gertrud Stauss’ sehr ähnlich ist, entschloss man sich 1994 zur Umbennung in ’Temptation’ (Versuchung). Mit dem Name soll an Tim Landers Sohn Madison Tempel Landers, und an Tim's Tochter, die im Alter von 10 Jahren "ein so kleines Schätzchen ist, dass sie mal eine Versuchung für alle Jungs werden wird!" (Landers), erinnert werden.

Von der AIS erhielt der Efeu die Bestandsnummern AIS 94-134, 94-191 und die Registrierungsnummer 9694134. Im Pierot Classification System wird die Sorte als Variegated Ivies (V) und Oddities (O) geführt, was bedeutet, dass das Blatt mehrfarbig und eine ungewöhnliche, nicht genau zu definierende Blattform besitzt.
Die Sorte kam 1999 nach Europa in die französische Efeu Nationalsammlung zu  Hervé Canals nach Montèlier. 2005 gelangte der Efeu von dort in die Britische Hedera National Collection zu Fibrex Nurseries Ldt., Pebworth, Großbritannien.

Die etwas langsam aber gleichmäßig wachsenden Pflanzen bildet lange Ranken mit 8-10 Blätter hinter dem Trieb. Durch den geringen Internodienabstand wird ein kompaktes Aussehen erzielt. Die 3-5, selten 6-lappigen Blätter sind klein bis mittelgroß und im Grunde leicht asymmetrisch. Die Spitze der Lappen ist stumpf, die Blattbasis ist gestutzt bis leicht herzförmig. Die Blattstiele sind etwa so lang wie die Mittelrippe. Die Seiten der Blätter sind wie bei ’Gertrud Stauss’ fast parallel. Bei langsamem Wuchs ist der Terminallappen am Lappenende geteilt, es erscheinen zwei sehr schmale Lappen an der Spitze des Blattes. Diese Gabelung, welche zwischen 25% und 50% in die Lappen hineinragenden kann, ist das typische Erkennungmerkmal der Sorte. Bei schnellem Wuchs im Sommer ist diese Eigenschaft nicht stabil, die markanten Merkmale der geteilten Blattspitze finden sich dann nur an einigen Blättern. ’Temptation’ ist vermutlich eine Mutation aus ’Gertrud Stauss’ und besitzt die Neigung sich in die Sorte ’Anne Marie’ zu verändern.

Lit:
Sabina Müller Sulgrove, 1996, 1996 New Registrations: Part 1 Hedera helix ‘Maureena‘, ‘Temptation‘, ‘Anita‘, ‘Mary Eggins‘, William Eggins‘, in: Ivy Journal 1996 Vol. 22, S. 28-34
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA

  • Hedera helix 'Temptation' 10 (3)
  • Hedera helix 'Temptation' 10 (4)
  • Hedera helix 'Temptation' 10 (6)
  • Hedera-helix-Temptation-2013-1
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