Hedera helix 'Triton'

Der Ursprung dieser Sorte ist nicht ganz klar. 'Triton' wird zwar 1965 in einem Artikel eines niederländischen Gartenbau Magazins von Harry van de Laar zitiert, aber nur als Name in einer Sammlerliste. 1970 taucht 'Triton' in einem Artikel von Nannenga-Bremekamp auf, ohne Beschreibung und nur als Synonym für 'Green Spear'. Hierbei handelt es sich allerdings um einen anderen, kleinblättrigeren Efeu, 'Green Spear' ist heute ein Synonym für ‘Spear Point‘. Eine erste Kurzbeschreibung von 'Triton' findet sich 1978 bei Willie Freeland, er schreibt zu der Pflanze: "moosgrüner Efeu mit feinen langen Adern und drei sehr schmalen Lappen, die bis zu fünf Zentimeter erreichen." Die Amerikanische Efeu Gesellschaft (AIS) erhielt zwischen 1975 und 1978 einen Efeu mit der Bezeichnung 'Triton' von Longwood Gardens. Bei der AIS ist die Sorte mit den Erwerbsnummer AIS 80-032 und 94-050 gelistet. Im Pierot Classification System wird der Efeu als Fans (F), was bedeutet, dass das Blatt fächerförmig ist.

Auch in Großbritannien war die Pflanze ab etwa 1970 zu finden, wurde allerdings von verschiedenen Baumschulen als ‘Green Feather‘ vermarktet. Ein für diese Sorte ungültiger Name, weil er schon von Bates (National Horticultural Magazine of America) im Jahre 1940 zur Beschreibung eines völlig anderen Efeus benutzt und korrekt veröffentlicht worden war. Eine ausführliche Beschreibung mit  Abbildung der Sorte 'Triton' ist erst 1980 in einer Publikation von Peter Q. Rose zu finden.

Neben den ungenauen Angaben zum Zeitpunkt- und Ort der Einführung von ‘Triton‘ auf den Markt, ist die Abstammung der Pflanze ebenso ungeklärt. Die Blattfarbe und erhabene Adern lassen vermuten, dass es vielleicht eine Mutation von 'Green Ripple' ist, aber in den USA wurden die bei ‘Triton‘ verdrehten wie geknickten Triebe und Blattstiele auch in Teilen von 'Spear Point' gefunden. Dies könnte darauf hindeuten, dass 'Triton' als ein Sport von 'Green Spear' / 'Spear Point' entstanden ist. Dies ist ein möglicher Grund für Nannenga-Bremekamp‘s Zuordnung der Sorte 1970 als Synonym für 'Green Spear'. Zusätzlich können aber auffällig oft bei 'Triton' Rückschläge zu einer typischen Efeublattform wie der Sorte 'Pittsburgh' beobachtet werden, oder Blätter welche halb wie 'Triton' und halb wie 'Pittsburgh' geformt sind.

Als Synonyme von ‘Triton‘ kommen die Bezeichnungen 'Macbeth' und 'Trident' in Frage. Der Name 'Macbeth' wurde Ender der 1970er Jahre von Peter Q. Rose für die Sorte verwendet, da ihn der ganze Habitus der Pflanze an Hexen erinnert hatte. Vermutlich kannte Rose bis zu dem Zeitpunkt den Namen ‘Triton‘ nicht, und es war für ihn eine neue, unbekannte Sorte. Eine der Sorte 'Triton' ähnliche Pflanze erreichte 1980 die Sammlung der AIS von Leo Swicegood, Newport News, Virginia als 'Trident'. Es stellte sich heraus, dass beide identisch waren. Vielleicht war die Bezeichnung 'Trident' durch einen Schreibfehler entstanden.
Außerdem wurden für 'Triton' die schon oben genannten Sortenbezeichnungen 'Green Spear' / 'Spear Point' und ‘Green Feather‘ verwendet.
Der Vollständigkeit halber sei noch der Onlinekatalog von Glasshouse Works, Stewart, Ohio, USA, erwähnt, wo 2007 auf einen früheren Namen 'Monstrose' für 'Triton' hingewiesen wird, wofür sich aber in der Literatur keine Hinweise finden lassen.

'Triton' kann vermutlich der ‘Maple Queen‘ Rasse zugeordnet werden, was auf eine geringe bis schlechte Winterhärte schließen lässt. Der Wuchs ist wenig verzweigend und nur mäßig dicht ausbreitend. Die nicht kletternden Triebe sind grün-violett, in sich gedreht und wachsen leicht zick-zack-förmig. Sie haben eine geringe und ungleichmäßige Behaarung, die Internodien sind 1 bis 2 cm. Die weinrot bis rötlich-grünen Blattstiele sind halb so lang wie die Blätter und häufig verdreht, gebogen oder geknickt. Die 5-lappigen Blätter haben eine Größe von 5-8 x 2-5 cm. Die fünf nach vorneweisenden, schmalen Lappen sind lang zugespitzt, die drei Hauptlappen sind meist viel länger und zu ihren Spitzen hin um sich selbst gedreht. Die Seitenlappen sind auch lang, konisch, häufig verdreht und können 1,5 bis 2 mal so lang wie breit werden. Die Einbuchtungen sind tief und schmal, die Blätter sind in der Regel mehr als der Hälfte der Blattlänge oder bis 3/4 des Weges zum Blattstiel tief eingeschnitten, einige Blätter sind fast bis zum Blattstiel geteilt. Die Blattbasis ist keilförmig bis gestutzt. Im Gegensatz dazu können sich im Sommer 3-lappige Blätter entwickeln, deren Blattbasis nicht annähernd so breit ist, noch sind die Lappen so schmal, verdreht oder tief geschnitten. Die Blätter sind dunkelgrün und etwas glänzend. Die Haupt- und wichtigsten Nebenadern sind sehr erhaben und verlaufen vom Blattstielansatz aus parallel über das Blatt. Wobei parallel in diesem Fall bedeutet, dass die Adern einen annähernd gleich langen Abstand auf einem großen Teil der Blattlänge haben, obwohl sie an einem Ende miteinander verwachsen sind und an dem anderen etwas weiter auseinander liegen.

Der ungewöhnliche, schöne Efeu erinnert in seiner Form an Neptuns Speer, er wirkt sehr vorteilhaft in einem Topf als Solitärpflanze oder als Ampelpflanze. Im Freiland ist die Sorte nicht nur wegen ihrer mangelnden Winterhärte ungeeignet. Durch die verdrehten und zickzackförmigen Triebe sowie den  langen geknickten Blattstielen entsteht eine uneinheitliche Wuchsform, welche keine guten bodendeckenden Eigenschaften hat. Außerdem ist der Efeu nicht kletternd und kann daher zur Berankung nicht verwendet werden.

'Triton' unterscheidet sich von allen anderen fächerförmigen Efeus wegen seiner langen, spitz zulaufenden, verdrehten Lappen und der sich verjüngenden Blattbasis. Eine ähnliche Blattform hat die Sorte ‘Troll‘, allerdings mit viel kleineren und nicht so tief eingeschnittenen Blättern.

Von 'Triton' kann sich eine Form mit gelb-grünen Blättern entwickeln, welche sich ‘Spectre‘ nennt. Außerdem wurde in den frühen 1980er Jahren die Sorte ‘Neptune‘ ausgelesen, welche sich von ‘Triton‘ durch ihre leicht verdickten Blätter unterscheidet, vermutlich eine Verbänderung (Fasciation). Leider ist sie unstabil und schlägt oft zu ‘Triton‘ zurück.

Oft wird vermutet, dass 'Triton' in einem Zusammenhang mit 'Green Ripple' steht. 'Triton' verfügt aber im Gegensatz zu 'Green Ripple' über drei zentralen Lappen, welche länger, schmaler und mehr gedreht sind. Bei einer 5-lappigen 'Triton' sind die Basallappen mehr ausgebildet und die Ausbuchtungen sind scharf (Sinus Winkel weniger als 90%), während 'Green Ripple' über kleinere Basallappen und über stumpfere Ausbuchtungen (Sinus-Winkel größer als 90%) verfügt. Außerdem sind die Blattbasen verschieden, bei 'Triton' ist sie immer keilförmig, während sie bei 'Green Ripple' mehr abgerundet sind. Auch die Aderung ist anders, die auffallend erhabenen, parallel verlaufenden Venen von 'Triton' sind so nicht bei 'Green Ripple' zu finden.

Lit:
Peter Q. Rose, Efeu, 1982, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, S.110
Ingobert Heieck,1983, 7. Gesamtliste 1982/83, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg-Ziegelhausen
Sabina M. Sulgrove, September 1984 Featured Ivy: Hedera helix cv. Triton, in: Ivy Journal September 1984 Vol. 10 No. 3, S. 29-34
Ingobert Heieck, 1987, Hedera Sorten, Ihre Entstehung und Geschichte dargestellt am Sortiment der Gärtnerei Abtei Neuburg, Gärtnerei Abtei Neuburg, S.38
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.122

  • Hedera helix 'Triton' 2012 (02)
  • Hedera helix 'Triton' 2012 (03)
  • Hedera helix 'Triton' 2012 (06)
  • Hedera helix 'Triton' 2012 (13)
  • Hedera helix 'Triton' 2012 (16)
  • Hedera helix 'Triton' 2012 (19)
  • Hedera helix 'Triton' 2012 (20)
  • Hedera helix 'Triton' 2013
  • Hedera helix 'Triton' Scan 2009
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button