Hedera helix 'Woerner'

Unter dem Namen ’Remscheid’ wurde schon 1949 ein identischer Efeu von der Fa. Timm u. Co., Elmshorn, auf den Markt gebracht. Dieser wurde einige Jahre zuvor von Gustav Frahm an einer Kirche bei Remscheid gefunden. Außer einer unzureichenden Beschreibung in den Handelskatalogen der Fa. Timm u. Co. ist die Sorte ’Remscheid’ 1954 von KOCH beschrieben wurden.
Einen ersten Hinweis für ’Woerneri’ findet sich bei H. Schenk. In der “Schweizerische Gärtnerzeitung “ vom Dezember 1956 lobte er insbesondere die Widerstandsfähigkeit der Klone im Vergleich zu der H. hibernica. 1964 ist ‘Woerner‘ von M. JENNY (Jahrbuch Der Botanische Garten, Zürich, 1964) als ’Woerneri‘ beschrieben worden. JENNY vermutet die Herkunft der Sorte in den Niederlanden, was aber von dortigen Quellen nicht bestätigt wird. Die niederländischen Autoren van de Laar (1965) oder Nannenga-Bremekamp (1970) erwähnen die Sorte in dieser Zeit nicht in ihren Publikationen. Woerneri’ ist wohl eher dem deutschen Sprachraum zu zuordnen. Von HESSE, Weener, wurde die Sorte in den 1960er Jahren unter dem Namen 'Laciniata' verbreitet.

Anfang der 1980’er Jahre wurde von der Amerikanischen Efeugesellschaft vorgeschlagen nicht mehr die latinisierte Version ’Woerneri’ zu verwenden, sondern den Namen auf ’Woerner’ zu korrigieren. Nach den Internationalen Nomenklaturregeln für Kulturpflanzen sollten Namen die nach 1959 veröffentlicht wurden keine lateinischen Endungen erhalten. Dazu weist Peter Q. Rose 1993 in einem Artikel über die Sorte darauf hin, dass H. Schenk 1956 eine detaillierte Beschreibung von ’Woerneri’ veröffentlichte. Da dies vor 1959 geschah müsste der Name ’Woerneri’ als der eigentlich richtige angesehen werden.


Im Laufe der Zeit hat sich der Name ‘Woerner‘ durchgesetzt. In einigen Quellen wird die Pflanze auch als H. hibernica ’Woerner’ bezeichnet, vermutlich wegen der großen, sonst meist nur bei H. hibernica vorkommenden Blätter.
Von der amerikanischen Efeugesellschaft ist die Sorte unter der Bezeichnung AIS
79-428 registriert. Im Pierot Classification System wird diese Sorte als Ivy-Ivies (I) geführt, was bedeutet dass das Blatt eine klassische Efeublatt Form besitzt.

Der sehr stark wachsende Efeu hat dicht anliegend kletternde Triebe. Diese können 10 bis 15 Metern und höher wachsen, der Jahresstrieb erreicht eine Länge von 70 bis 150 cm. Die Blätter sind dachziegelartig angeordnet. Durch diese Eigenschaften bildet er schnell dichte Flächen. Die Triebe sind Grün-violett, die Internodien 4 bis 5 cm. Die Blattstiele sind ebenfalls Grün-violett und können eine Länge von 20 cm erreichen. Die Blätter sind dick ledrig und haben eine breit dreieckige Form. Sie sind mittelgroß bis groß, 3 lappig, selten 5 lappig. Die Blattgröße beträgt 5-10 x 5-14 cm. Die Einbuchtungen sind flach oder fehlen. Die Terminallappen sind breit keilförmig, die Blattbasis ist schwach herzförmig, die Basallappen sind nur angedeutet oder nicht vorhanden. Das Blatt ist stumpf dunkel- bis schwarzgrün mit helleren, fast weißen Adern. Eine Besonderheit bei der Sorte sind die hellen Punkte, welche sich an den Enden der Adern am Blattrand bilden können. Durch die sehr starke, früh einsetzende und lang anhaltende Anthocyanfärbung im Winter, verfärben sich die Blätter vor allem unter Sonneneinfluss bronzefarben bis purpurgrün, ein reizvolles Farbspiel in dieser Jahreszeit.
’Woerner’ ist sehr winterhart und zur schnellen Begrünung und Berankung  großer Flächen geeignet. Durch die langen und aufrecht stehenden Blattstiele und die Größe der Blätter kann der Efeu auch als hoher und “Laub schluckender“ Bodendecker verwendet werden. Die ’Woerner’ ähnlichen H. hibernica und H. helix 'Thorndale’ besitzen etwas kleinere Blätter, zudem ist ’Woerner’ winterhärter als H. hibernica.

Lit:
Featured Ivy, H. h. cv. Purpurea, 1977, in: The Ivy Bulletin, Summer 1977 Vol. 3, Part 4, S.39-44

Peter Q. Rose, Efeu, 1982, Eugen Ulmer Ulmer Verlag, Stuttgart, S.112
Ingobert Heieck,1983,  7. Gesamtliste 1982/83, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg-Ziegelhausen
Sabrina Mueller Sulgrove, 1986, The Best Of AlS Hardiness Trials 1982-1986, in: Ivy Journal  December 1986 Vol. 12 No. 3, S. 21-29
Ingobert Heieck, 1987, Hedera Sorten, Ihre Entstehung und Geschichte dargestellt am Sortiment der Gärtnerei Abtei Neuburg, Gärtnerei Abtei Neuburg, S.54

Sabina Mueller Sulgrove, 1987, Nomenclatural Notes On cv. Woerneri, in: Ivy Journal April 1987 Vol. 13 No. 1, S.23 - 26
Ingobert Heieck, 1990, Der Efeu auf unseren Friedhöfen, Geeignete Sorten, Anzucht, Kultur und Verwendung, Gärtnerei Abtei Neuburg, Heidelberg 1990, S.7 – 18

Peter Q. Rose, 1993, Woerneri-Woerner-Woerneri, in: Journal of the British Ivy Society, Vol. 16 Part Three December 1993, S.31
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.124
Beim Klettern tut sich manche Sorte schwer, Eigenschaften von Efeu getestet , 1997, Der Efeu Freund Nr.24, 1997 Ausgabe 4, S. 7-8
Mail Order Catalog 2000, Ivies of the World, Weirsdale, Florida, USA

Ing. G. Fortgens & H.J. van de Laar, 2000,Witerharde bodembedeckkers, Dendroflora Niederlande, S.43 – 66 
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA

GARTEN von Ehren, 2006, Webseite, Maldfeldstraße 2, 21077 Hamburg

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