Hedera hibernica 'Helford River'

Die Sorte wurde im September 1890 von G. Nicholson, dem Kurator vom Royal Botanic Garden Kew, am Mündungsbecken des Flusses Helford in Cornwall, Großbritannien, wild wachsend gefunden und in einer unzureichenden Beschreibung als Hedera helix ’Helfordiensis’ bezeichnet. Nicholson integrierte die Pflanze in die Efeusammlung von Kew, wo sie 2007 noch immer im Bestand war. Erst 1973 erfolgte durch Bean in “Trees and Shrubs of Great Britain“ eine  ordnungsgemäße Beschreibung der Pflanze. Bean verwendet dort den Namen ’Helford River’ anstatt der lateinischen Bezeichnung ’Helfordiensis’, vermutlich auch deshalb, weil nach einer internationalen Regelung neu beschriebene Sorten ab 1959 keinen lateinisierten Namen mehr tragen sollen. Da ’Helfordiensis’ nie richtig beschrieben wurde, dürfte ’Helford River’ der gültige Name sein.

Nach einer Chromosomenuntersuchung in den 1970’er Jahren durch McAllister wurde festgestellt, dass ’Helford River’ tetraploid ist (2n = 96). Der Efeu wird daher und aus anderen Gründen als Sorte von Hedera hibernica betrachtet.
Neben dem Exemplar in Kew war die Sorte in den 1990er Jahren in Großbritannien noch im Handel, so wurde sie 1994 bei Ronald Whitehouse angeboten. Bei der Royal Horticultural Society wurde der Efeu 2003 letztmalig im Plant Finder gelistet.

Der großblättrige Efeu hat einen rankenden Wuchs. Die Triebe sind violett-grün, die Internodien sind 2 bis 3 cm. Die Blattstiele sind ebenfalls violett-grün. Die 5 lappigen Blätter haben eine Größe von 6-10 x 7-11 cm. Der Terminallappen ist verlängert und lang zugespitzt, die Laterallappen sind keilförmig und spitz. Die Basallappen treten stark zurück und sind nach hinten gerichtet. Die Einbuchtungen zwischen den Lappen sind flach. Die mittelgrünen Blätter sind auffällig weiß bis grau geadert, was dem Blatt insgesamt einen grauen Farbton verleiht. In einigen Quellen wird ’Helford River’ ohne ersichtlichen Grund mit den violett-blättrigen Sorten ‘Woener‘ und ‘Purpurea‘ in Zusammenhang gebracht, eine Winterfärbung der Blätter ist an der Hibernica Sorte nicht festzustellen. Die wüchsige Sorte kann zum Beranken oder auch als Bodendecker verwendet werden. Die Winterhärte wird mit XX angegeben.

Lit:
Friedrich Tobler, 1927, Die Gartenformen der Gattung Hedera, in: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Jahrbuch 1927, S.1 – 33
Sabina Mueller Sulgrove, 1981, Nomenclatural Analysis of the Variegated Hibernicas, in: The Ivy Bulletin, December 1981 Volume 7, Part 4, S. 35 - 43
Peter Q. Rose, Efeu, 1982, Eugen Ulmer Ulmer Verlag, Stuttgart, S.80-81
Peter Q. Rose, 1995, Some Purple Leaved Ivies, in: Journal of the British Ivy Society, Vol.18 Part Three December 1995, S.21-24
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.127

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