Hedera iberica 'Sintra'

Die Sorte wurde Mitte der 1970er Jahre in der Gegend von Sintra, vermutlich im dortigen Nationalpark, dem Parque Natural de Sintra-Cascais gefunden. Dieser befindet sich westlich von Lissabon, Portugal, unweit vom Atlantik. 1993 gelangte der Efeu von Alison Rutherford, Schottland, in die USA zur Amerikanischen Efeugesellschaft. Dort erhielt er die Bestandsnummer 94-060. Im Pierot Classification System wird diese Sorte als Ivy-Ivies (I) geführt, was bedeutet, dass das Blatt in der Form einem typischen Efeublatt ähnlich ist.

Hedera iberica kommt in Spanien und Portugal vor, wo er in feuchten, milden und geschützten Stellen, aber in Höhen unter 700 m wächst. Dort bilden sich vielleicht wegen des isolierten Standorts sehr unterschiedliche Formen aus. Die Art gehört zu der Gruppe von Hedera, welche kleine rötliche Härchen besitzen. Das betrifft außer H. helix, H. hibernica und H. azorica alle anderen Arten. Der Saft von Hedera iberica hat den gleichen süßen kiefernähnlichen Harzduft wie die anderen Arten der o.g. Gruppe.

Die Triebe und Blattstiele von ’Sintra’ sind weinrot, die Blattfarbe ist dunkel bläulich-grün. Die 3 lappigen Blätter sind kleiner als bei der Schwestersorte ’Miel Valley’. Die Blattbasis ist keilförmig bis gestutzt. Die Pflanze hat zwar das keilförmig Laub von Hedera iberica ’Miel Valley’, aber sie ist ganz unverwechselbar. Die Blattstiele sind viel weniger farbig ausgeprägt als bei Hedera iberica und der Saft ist unglaublich stark duftend. Der Geruch erinnert an das köstliche Aroma der klebrigen Blättern der Lack-Zistrose, Cistus Iadanifer, deren Duft die Hochebenen in der Provinz Huelva durchdringt, sobald die Sonne am Morgen den Boden erwärmt.

Lit:
Alison Rutherford, 1989, The Ivies Of Andalusia (Southern Spain), in: Ivy Journal  April 1989 Vol.15 No.1, S.7-17
Ackerfield & Wen, 2002, A morphometric analysis of Hedera
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA

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