Hedera maroccana 'Spanish Canary'

Die Pflanze wurde 1974 von Allan McGregor Stirling an einer Straße in Lanjarón, Provinz Granada in Spanien gefunden. Sie wurde zunächst als Hedera affine cananensis ‘Spanish Canary‘ bezeichnet. Der attraktive Efeu wird häufig in spanischen Gärten, besonders in Andalusien, als Zierpflanze kultiviert. Dort wächst sie in Töpfen auf Terrassen und in öffentlichen oder privaten Anlagen, oft werden mit dem Efeu Säulen, Türen und Wände berankt. Obwohl diese Sorte später auch an einem Naturstandort an den Ausläufern der Sierra de Aracena gesammelt wurde, ist es unklar, ob diese Population ursprünglich in Südspanien heimisch war. Dieser vermutlich spanische Klon ist keineswegs typisch für Hedera Arten an den Naturstandorten. Die Pflanze muss schon vor einem längeren Zeitraum in Spanien und Südfrankreich kultiviert wurden sein und hat sich dort offenbar eingebürgert.

Frühe Autoren erkannten nur eine einzige Art von Hedera auf dem Gebiet der  makaronesischen Inseln (u. a. Azoren, Madeira, Kanaren, Kapverden), in Nordafrika und der Iberischen Halbinsel an, Hedera canariensis. Um nun Klarheit in den unter Hedera canariensis vereinigten Arten zu erlangen, erforschte Dr. Hugh McAllister vom Botanischen Garten der Universität Liverpool, England und Alison Rutherford, Helensburgh, Scotland, in den 1970er Jahre mit beträchtlichem Aufwand die verschiedenen Efeu Arten. Unzählige Efeuproben wurden an McAllister in den Liverpool University Botanic Gardens in Ness geschickt. Dort wurden sie genau studiert, eine Chromosomenzählung vorgenommen, mit vorhandenem Herbarium Material verglichen und in einem weltweit ersten Hederetum kultiviert. McAllister publizierte seine Ergebnisse ab 1978 in verschiedenen Fachzeitschriften, 1982  erschien eine vollständige Darstellung zu dem Thema in dem “Internationalen Dendrologie Year Book“.

So wurden unter anderen aus H. affine canariensis Willd. ‘Morocco‘ die Art Hedera marrocana und aus H. affine cananensis ‘Spanish Canary‘ die Sorte Hedera marrocana McAllister ‘Spanish Canary’, Hugh McAllister hat die Änderungen 1993 in ’The Plantsman“ 15(2) beschrieben.
Bei der Amerikanischen Efeugesellschaft ist die Sorte mit der Erwerbsnummer AIS 88-009 gelistet, im Pierot Classification System wird der Efeu als Ivy-Ivies (I) geführt, was bedeutet, dass das Blatt in der Form einem typischen Efeublatt ähnlich ist.

Leider haben sich mit der Zeit irreführende Bezeichnungen im Handel festgesetzt, was wohl auf die von H. algeriensis ähnlichen Wuchseigenschaften zurück zu führen ist. Sehr viele mit dem Namen H. algeriensis oder H. canariensis und fast alle als H. algeriensis/canariensis ’Montgomery’ im Handel erhältliche Pflanzen in Deutschland und auch in einigen anderen europäischen Ländern sind quasi Hedera maroccana 'Spanish Canary'. Überdies waren oder sind folgende Synonyme im Umlauf: H. canariensis 'Monty' (Handelsbezeichnung aus Dänemark), Hedera affine canariensis ‘Spanish Canary‘, Hedera cananensis ‘Spanish Canary‘, Hedera canariensis ‘Cantabrian’ und Hedera algeriensis ’Cantabrian’.

Wie H. marrocana ist die Sorte 'Spanish Canary' diploid (2n=48), sie unterscheidet sich von der Art hauptsächlich durch ihre großen, 5 lappigen, sehr glänzenden Blätter. Die schnellwüchsige Pflanze hat einen rankenden Wuchs mit rubinroten Trieben, der Internodienabstand beträgt 5-7 cm. Die bis zu 20 cm langen und glänzenden Blattstiele sind rubinrot-grünlila. Der Neuaustrieb der sternenförmigen, dicken Blätter ist 3-lappig, später entwickelt sich aber eine 5 lappige Blattform. Die Blattgröße beträgt 8-12 x 10-14 cm. Der Terminallappen ist ½ - doppelt so lang wie die Laterallappen, Basallappen werden als kleine Vorsprünge nur angedeutet. Die Blattbasis ist herzförmig, die Blattenden sind spitz. Die Blattfarbe des Neuaustriebes ist glänzend erbsengrün, später glänzend smaragdgrün bis dunkelgrün.

Hedera maroccana 'Spanish Canary' kann als dekorative Kletterpflanze für große Wandflächen vielfältig verwendet werden, der Efeu ist trockenheitstolerant und sowohl in kühleren als auch in vollsonnigen Bereichen einsetzbar. Trotz der Herkunft ist die Sorte relativ gut winterhart, zumindest übersteht sie auch härtere Winter mit weit weniger Schäden als H. algeriensis Sorten. Einmal ausgepflanzt kann sie ansehnliche große Blätter entwickeln, ein zu stickstoffreicher Boden ist dem Heranbilden schöner glänzender Blätter aber abträglich, sie werden dunkel und verlieren ihren Glanz.

Wegen der Blattgröße und Farbe sowie der Textur und dem schnellen Wuchs kann 'Spanish Canary' mit H. algeriensis oder dessen Sorten verwechselt werden, allerdings besitzt 'Spanish Canary' nicht die schildförmigen Blätter der algerischen Sorten, an diesem Merkmal können die Efeus gut unterschieden werden.

Lit:
Hugh McAllister, Alison Rutherford, 1983, The species of ivy, in: Ivy Journal December 1983 Vol. 9 No.4 S. 45 – 54
Alison Rutherford, 1989, The ivies of Andalusia, in: Ivy Journal April 1989 Vol.15 No.1, S. 7-17
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.129
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA
Alison Rutherford, 2006, Ivies for Mediterranean Gardens, in: The Mediterranean Garden Nr. 46 October 2006, UK


  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 09 (1)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 09 (2)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 09 (3)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 09 (4)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 09 (5)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 09 (6)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 10 (1)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 10 (2)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 10 (4)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 10 (5)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 14 (0)
  • Hedera maroccana 'Spanish Canary' 14 (3)
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