Hedera maroccana

Diese Efeuart wurde am Naturstandort am 20. März 1974 während einer Expedition der  Internationalen Dendrologie Society im mittleren Atlas-Gebirge in der Nähe eines kleinen Wasserfalls an der Straße von Ifrane nach Ketama in Marokko gefunden. Sie ist eine von zwei Pflanzen der Art Hedera maroccana: einmal die Art selbst, welche im Handel auch als H. maroccana ’Morocco’ bezeichnet wird und nur in Marokko vorkommt; und H. maroccana ’Spanish Canary’, sie wurde im selben Jahr in Südspanien gefunden. Der Fund erhielt vorübergehend die Bezeichnung Hedera affine canariensis, bzw. Hedera canariensis affine Willd. ’Morocco’.

Frühere Autoren erkannten nur eine einzige Art von Hedera auf dem Gebiet der makaronesischen Inseln (u. a. Azoren, Madeira, Kanaren, Kapverden), in Nordafrika und der Iberischen Halbinsel an, Hedera canariensis.
Um nun Klarheit in den unter Hedera canariensis vereinigten Arten zu erlangen, erforschte Dr. Hugh McAllister vom Botanischen Garten der Universität Liverpool, England und Alison Rutherford, Helensburgh, Scotland, in den 1970er Jahre mit viel Aufwand die verschiedenen Efeu Arten. Unzählige Efeuproben wurden an McAllister in den Liverpool University Botanic Gardens in Ness geschickt. Dort wurden sie genau studiert, eine Chromosomenzählung vorgenommen, mit vorhandenem Herbarium Material verglichen und in einem weltweit ersten Hederetum kultiviert. McAllister publizierte seine Ergebnisse ab 1978 in verschiedenen Fachzeitschriften, 1982 erschien eine vollständige Darstellung zu dem Thema in dem “Internationalen Dendrologie Year Book“.

Der marokkanische Efeu von 1974 wurde von Hugh McAllister 1993 in ’The Plantsman“ 15(2) beschrieben und erhielt den Namen Hedera marrocana McAllister. Die Handelsbezeichnung H. maroccana ’Morocco’ ist überflüssig und ist als Synonym zu betrachten.
Bei der Amerikanischen Efeugesellschaft ist die Art mit der Erwerbsnummer AIS 88-008 gelistet, im Pierot Classification System wird der Efeu als Ivy-Ivies (I) geführt, was bedeutet, dass das Blatt in der Form einem typischen Efeublatt ähnlich ist.
Als Synonyme für Hedera maroccana sind folgenden Bezeichnungen bekannt: H. affine canariensis, H. canariensis affine Willd. ’Morocco’, H. canariensis 'Morocco', H. maroccana ’Morocco’ und laut IPNI (2010) als Basionym Hedera helix L. subsp. maroccana (McAll.) Mohamed Fennane.

Die endemisch im Norden von Marokko vorkommende, rankende Pflanze ist diploid (2n=48), die wenigen schuppenförmigen Haare haben 6-9 Strahlen von 0,05 bis 0,15 mm. In ihrem Habitus entspricht H. maroccana einer blassen Version von H. hibernica. Junge Triebe sind dunkelrot, später verändern sie sich zimtfarben oder blass grünlich um ausgewachsen eine bräunliche Farbe anzunehmen. Stängel und Triebe sind nur spärlich behaart. Der Internodienabstand beträgt 3-8cm. Die bis 13 cm langen Blattstiele sind lila-rot. Die Blätter entfalten sich oft 3 lappig um sich später in eine 5-lappig Form zu verändern, die Blattgröße beträgt 7-9 x 7-9 cm. Der Terminallappen ist doppelt so lang wie die Laterallappen. Die Ausbuchtungen sind flach, die Blattspitzen sind stumpf. Junge Blätter haben eine leicht herzförmige Blattbasis, bei älteren Blättern ist diese eher gestutzt. Die Oberseite der Blätter hat zwei unterschiedliche Texturen, einmal matt, mit dichten kleinen Papillen und ein paar roten Schuppenhaaren, oder sie ist glänzend mit ein paar einfachen Haaren und scheinbar keinen roten Schuppenhaaren. Die Blattfarbe ist glänzend smaragdgrün bis dunkelgrün, die Venen sind erhaben.
H. maderensis ist wenig verbreitet und meist nur in Liebhabersammlungen zu finden. Trotz seiner Herkunft kann der marokkanische Efeu an geschützten Stellen im Garten oder in Topfkultur in unserem Klima verwendet werden.

Lit:
Hugh McAllister, Alison Rutherford, 1983, The species of ivy, in: Ivy Journal December 1983 Vol. 9 No.4 S. 45 – 54
Alison Rutherford, 1984, The history of the canary islands ivy and its relatives, in: Ivy Journal December 1984 Vol. 10 No.3 S. 13 -18
Alison Rutherford, 1989, The ivies of Andalusia, in: Ivy Journal April 1989 Vol.15 No.1, S. 7-17
Alison Rutherford, Hugh A. McAllister, Robert R. Mill, 1993, New ivies from the Mediterranean area and Macronesia, in: The Platsman 15, S.115-127
Peter Q. Rose, 1996, Ivies, The Gardener’s Guide to Growing, Timber Press, Portland, Oregon, USA, S.129
Hazel Key, 2002, Ivies, The New Plant Library, UK
Jennifer Ackerfield & Jun Wen, 2002, A morphometric analysis of Hedera L. , Adansonia, sér. 3, 2002, 24 (2), USA
Russell A. Windle, 2003, Katalog Hedera ETC, Lionville, PA, USA
Alison Rutherford, 2006, Ivies for Mediterranean Gardens, in: The Mediterranean Garden Nr. 46 October 2006, UK
Valcárcel, Virginia and Pablo Vargas, 2010, Quantitative morphology and species delimitation under the general lineage concept: Optimization for Hedera (Araliaceae), in: American Journal of Botany 97(9): 1555-1573


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