Hedera nepalensis 'Roy Lancaster'

Der Efeu wurde vermutlich Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre von Roy Lancaster, Kurator des Hillier Arboretum in Winchester, Großbritannien, während einer Expedition durch Nepal gesammelt. Im Unterschied zum Hedera nepalensis Typ hat diese Pflanze ganzrandige bis 3 lappige Blätter, aber nicht die wie bei H. nepalensis die typischen vorspringenden Zähne an den Lappen. Wie sie zu ihrem Sortennamen gelangte kann nicht veranschaulicht werden. Peter Q. Rose berichtete in seinem Buch “Efeu“ 1982 von einem Fund ganzrandiger H. nepalensis durch Roy Lancaster und bringt sie mit H. nepalensis var. sinensis in einen Zusammenhang, einer ebenfalls zumeist ganzrandigen H. nepalensis Variante. Einen Sortennamen ’Roy Lancaster’ erwähnte er aber nicht. Dieser erscheint erst Anfang der 2000er Jahren in der Hedera Nationalsammlung der Gärtnerei Fibrex, Großbritannien.
Auf Anfrage wurde uns mitgeteilt, dass H. nepalensis ’Roy Lancaster’ während einer China Reise von Roy Lancaster gesammelt wurde und so in die Gärtnerei Fibrex gelangte. Es liegt der Schluss nahe, dass der Sortennamen von Fibrex selbst stammt da Herr Lancaster wohl seine selbst gesammelte Pflanze nicht mit seinem eigenen Namen benennen würde. Da das Jahr der Chinareise unbekannt ist könnte es auch durchaus möglich sein, dass es sich bei H. nepalensis ’Roy Lancaster’ um die von Rose erwähnte ganzrandige H. nepalensis Variante von Roy Lancaster aus den frühen 1980er Jahren aus Nepal handelt, welche ja mit H. nepalensis var. sinensis ähnlich oder identisch sein sollte. Somit ist es durchaus möglich, dass es sich bei der Sorte ’Roy Lancaster’ um eine H. nepalensis var. sinensis Blattvariante handelt, was mit dem riesigen Verbreitungsgebiet  von H. nepalensis var. sinensis zu erklären ist, welches sich von den südlichen Teilen Yunnans bis nach Mittel-, Ost-, Süd- und Südwest China und insbesondere über die Provinzen Shanxi, Ganshu und Xizan erstreckt. Daher sind Blattabweichungen innerhalb einer Art nicht auszuschließen.

Ob der Efeu seinen Sortennamen nun zu recht trägt, oder ob es eine Form von H. nepalensis var. sinensis ist, lässt sich momentan nicht mehr aufklären. Tatsache ist aber, dass H. nepalensis ’Roy Lancaster’ von Fibrex wesentlich größere Blätter als die uns bekannte H. nepalensis var. sinensis besitzt. Aus diesem Grund wird die Pflanze hier als Sorte geführt und beschrieben.

Die ungelappten bis 3 lappigen Blätter sind matt grün und verfärben sich im Winter bronzefarben oder weinrot. Die Blattgröße beträgt 6,5-10 x 5-9 cm. Ein Teil der Blätter bildet kurze Laterallappen aus, diese sind etwa 5 mal kürzer wie der lang gezogene Terminallappen. Ein anderer Teil der Blätter ist geringfügig herzförmig oder lang eiförmig. Die Blattbasis ist gestutzt bis leicht herzförmig, die Blattspitzen sind spitz. Die Hauptadern sind etwas erhaben. Die grünen Blattstiele sind 6-10 cm lang. Winterhärte Tests im Freiland haben ergeben, dass H. nepalensis ’Roy Lancaster’ weniger Frost anfällig ist als andere H. nepalensis Sorten.

Lit:
Peter Q. Rose, Efeu, 1982, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, S.112-113
Fibrex Nurseries, 2005, National Hedera Collection, Fibrex Nurseries Ldt., Pebworth, UK


  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 08 (1)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 08 (2)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 08 (3)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 08 (4)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 09 (1)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 09 (2)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 09 (4)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 09 (5)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 09 (6)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 15 (1)
  • Hedera nepalensis 'Roy Lancaster' 15 (2)
  • Hedera-nepalensis-Roy-Lancaster-2012-1
  • Hedera-nepalensis-Roy-Lancaster-2012-2
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