Erklärung des Schemas zur Sortenbeschreibung

von Robert Krebs

Hedera helix 'Bredon' (Foto: T. Grünewald)Hedera helix 'Bredon' (Foto: T. Grünewald)Um Efeusorten zu beschreiben, ist es notwendig, die wichtigsten Merkmale zu benennen. Diese sollen hier aufgeführt werden.

Name und Herkunft:
Zeit und Ort der Entstehung der Sorte sowie die beteiligten Personen (Züchter ect.), soweit diese bekannt geworden sind. Aufzählung der Synonyme.

Entstanden aus:
Benennung der Ursprungssorte, sollte diese nicht bekannt sein, entfernte Vorfahren, die dann unter Beifügung von “mittelbar entstanden“ genannt werden.

Rasse:
Pittsburgh-Rasse, Maple Queen-Rasse, California-Rasse, bzw. Canariensis-Efeu, Colchica-Efeu, Helix-Typica-Efeu usw.

Winterhärte:
Aus der Zuordnung der betreffenden Sorte zu ihrer geographischen Rasse ergibt sich auch oft ihre Winterhärte.  

Schlüssel zu den Winterhärtezeichen:
0 = Ungenügende Winterhärte. Nur als Zimmerpflanze geeignet.
X = Mäßige Winterhärte. Die Sorte kann in mildem Klima und an geschützten Stellen verwendet werden.
XX = Gute Winterhärte. Die Sorte sollte in rauesten Lagen nicht mehr angepflanzt werden.
XXX = Sehr gute Winterhärte. Die Sorte kann auch in den rauesten Lagen angepflanzt werden.

Blätter:
Der Efeu erhält seinen Zierwert vor allem durch sein Blatt. Dieses zeichnet sich unter allen Grün- und Blattpflanzen durch seine Mannigfaltigkeit in Form und Farbe aus. Deshalb soll auch die Beschreibung des Blattes an erster Stelle stehen und in vier Gruppen unterteilt werden.

a) Blattform:

Bei der Beschreibung der Blattform wurde weitgehend die Terminologie aus “Fitschen-Boerner/Gehölzflora“, 5.Auflage Heidelberg. 1959, angewendet.

1. Lappung:
Das Efeublatt ist meist gelappt (3 bis 5—lappig). Form und Ausbildung der Spitze und Größenverhältnis von Breite: Länge beim Mittellappen sind wichtige Sortenmerkmale.

Abbildung 1Abbildung 1

Abb. 1 Ausbildung der Spitzen nach Fitschen-Boerner, welche für die Beschreibung der Efeusorten in Frage kommen:
a spitz (zugespitzt,lang zugespitzt usw), b stumpf, c abgerundet    

 2. Ausbildung der Blattbasis:

Abbildung 2Abbildung 2

Abb. 2  Blattbasis nach Fitschen-Boerner: a keilig, b abgerundet, c gestutzt,  d herzförmig, e pfeilförmig

3. Blattspreite:
Sie kann blasig, wellig usw. sein.

4. Blattrand:
Er ist zuweilen wellig, kraus, nach unten oder oben gebogen, ganzrandig, gezähnt, gelappt oder gewellt usw.

b) Blattgröße:
Innerhalb einer Sorte unterliegt die Blattgröße oft großen Schwankungen. Die Maße werden von kleineren und größeren Blättern genommen ,nicht von kleinsten und größten Blättern. Deshalb wird sie von kleinen ,mittleren und großen Blättern angegeben und zwar immer Länge mal Breite (gemessen an der längsten und an der breitesten Stelle des Blattes), also von der Blattbasis bis Blattspitze in cm mal Breite des Blattes in cm.

c) Blattfarbe:
Die Beschreibung der Blattfarbe und der Panaschierung ist der Einfachheit halber knapp gehalten. Färbung der Blätter bei einfarbig grünen Sorten, dunkelgrün, mittelgrün, hellgrün, sattgrün, gelblichgrün, olivgrün, usw.; mit Zusätzen: glänzend oder matt. Bei panaschierten Sorten: Mittelpanaschierung grau, graugrün, silbergrau, gelb. Randpanaschierung weiß, gelblichweiß, creme, elfenbein, usw.

d) Blattstiel:

Die Färbung der Blattstiele und Stengel, welche ebenfalls oft sortentypisch ist, wird an dieser Stelle beschrieben. Außerdem wird die Länge der Blattstiele angegeben.

Wuchs:
Es werden 5 Wuchsstärken unterschieden: 1. schwach wachsend 2. mittelschwach wachsend 3 .mittelstark wachsend 4. stark wachsend 5. sehr stark wachsend

Triebe:
Mehr oder weniger dichter Blattbesatz an den Trieben. Vor allem die Kulturrassen (Pittsburgh, Maple Queen und California) haben einen sich-selbst-verzweigenden Wuchscharakter, der von den Botanikern Lawrence und Schulze (1942) als so genannter  “Ramosa komplex“ beschrieben wurde. Die Färbung der Triebe ist meist grünlich bis bräunlich ,manchmal jedoch abweichend davon: rosa, rötlich rotbraun oder gelb usw. Manche Sorten wachsen infolge der engen Blattabstände (gestauchter Spross)‚ oder durch Verbänderungen zunächst aufrecht, was im gegebenen Fall erwähnt wird. Ferner können die Triebe auffällig gebogen oder gewunden sein.

Internodien:
Der Abstand zwischen zwei Blättern (Internodium) wird in durchschnittlichen Maßen in cm angegeben, als Ergänzung zur Dichte des Blattes. Die Länge der Internodien ist oft von Sorte zu Sorte sehr verschieden. Sie wird in Von-Bis-Werten angegeben. Die Neigung zur Achseltriebbildung ist ein weiteres Merkmal, welches hier erwähnt wird.

Bemerkungen:

Es folgen Angaben über Eigenschaft und Verwendungsmöglichkeiten der betreffenden Sorte.
Zum Beispiel: geeignet für: Hausbegrünung, Bodendecker, Zimmerpflanze, Friedhof, Steingarten‚ Bonsai, oder Liebhaberpflanze.
Aber auch Angaben, ob die jeweilige Sorte einen sonnigen oder schattigen Standort bevorzugt.

Literatur:
Angaben der Literatur in welcher der Sortennamen und eine Beschreibung der betreffenden Sorte gefunden wurde. Abgekürzte Literaturangaben sind in einem Literaturverzeichnis vollständig anzugeben.

Lit.:
- Bruder Ingobert Heieck, Kleines Efeusortiment, Abtei Neuburg, Heidelberg 1968
- Der Efeufreund 1994 Nr.12 S.5-7  

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