Entstehung der Sorten

von Ingobert Heieck

Die unübersehbar große Zahl der Efeusorten, die wir heute zur Auswahl haben, ist aus den Arten durch drei grundlegende Vorgänge entstanden.

Variationen, die durch vegetative Vermehrung fixiert werden. Eine Reihe von Sorten sind lediglich verklonte Entwicklungsstadien der ausgedehnten Heterophyllie des Efeus. Bei ungestörtem Wachstum kann zum Beispiel eine Sorte oder eine Art in die Übergangsphase gelangen und somit ihre Blattform verändern. Wird dieses Stadium vegetativ weitervermehrt, bleibt die Blattform erhalten. Die Sorten 'Glymii', 'Kleiner Diamant' und andere sind so entstanden. Auch die Arborescens-Formen sind hier zu nennen.

Ferner treten bei Efeu Variationen in der Blattgröße und Wuchsstärke auf, die ausgelesen und vegetativ weitervermehrt werden können.

Mutationen. Besonders von Hedera helix gibt es eine auffallend große Zahl von Sorten. Es ist dies ein Beweis für die Instabilität dieser Art. Mutationen und Gewebeumschichtungen sind so häufig, dass man auf eine künstliche Erzeugung von Mutationen, durch Bestrahlung oder andere Verfahren, verzichten kann. Durch die vegetative Vermehrung werden fast alle Seitenknospen eines Triebes zum Austrieb gebracht und somit auch eventuelle Mutationen in ihnen sichtbar.

Die allermeisten Sorten sind demzufolge auch in Gärtnereien entstanden, die sich mit der Efeukultur befassen. Einige Sorten, vor allem solche mit einer charakteristischen gelben Panaschierung, scheinen durch Viren verursacht zu sein ('Angularis Aurea', 'Spectabilis Aurea' und andere).

Verbänderungen. Auch durch Verbänderung (Fasciation) werden Blattform und Wuchs einer Sorte verändert, und es entsteht demzufolge eine neue Sorte, da diese Veränderungen vegetativ erhalten werden können. Eine Verbänderung ist eine pathologische, jedoch nicht parasitäre Erscheinung bei Pflanzen. Verletzungen der Vegetationsspitze können Veranlassung zur Vermehrung der Vegetationspunkte geben. Oder die Beengung des Vegetationspunktes kann beim Austrieb eine Verbänderung hervorrufen. Beides ist bei der Efeukultur durch den Stecklingsschnitt gegeben. Die verbänderten Efeus sind dies oft nur in schwacher Form, so dass man die Verbänderung nur an der gelegentlichen Gabelung eines Triebes oder den wechselnden Internodienlängen erkennen kann.

Lit.: • Ingobert Heieck, Schöne Efeus, Eugen Ulmer Verlag 1992, S. 17 – 20 

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