Vielfalt der Hedera-Sorten

von Robert Krebs und Ines Gretzschel

Jeder, der sich schon einmal mit Efeu beschäftigt hat, weiß um die Vielfalt der Hedera-Sorten und ihre Variabilität, aber auch die große Unklarheit über die Sortenbezeichnungen, welche daraus entstehen.

Schon Plinius 1) unterscheidet eine große Zahl von Hedera-Spielarten. In fast allen Veröffentlichungen über Efeu wird die ungenaue, oft widersprüchliche Namengebung bemängelt, kritisiert und werden Vorschläge zu einer einheitlicheren Sortenbenennung, einer Sichtung und Prüfung des Sortiments usw. gemacht. Aber immer bleibt es beim alten. Der Grund dafür liegt einmal in der starken Neigung des Efeus zur Variabilität und zum anderer beim Gärtner selbst, dessen Geschäftssinn ihn immer wieder neue Namen erfinden lässt.

Um in diesen Wirrwarr von Namen eine klare Linie zu bringen, braucht es viel Zeit und Geduld, und vor allem gilt es, die große Menge des Schrifttums über Efeu durchzusehen und die darin enthaltenen Beschreibungen und eventuellen Abbildungen zu vergleichen. Die größte Schwierigkeit aber besteht darin, an die nötige Literatur heranzukommen oder etwas über die Entstehung einer bestimmten Sorte zu erfahren. Hierüber klagt schon Tobler 2) in seiner Monographie: "Ich hielt es für einfacher als es war, auf dem Wege der Erkundigungen bei Gärtnern (großen alten Firmen) da etwas mehr herauszubringen, viele aber versagten mit ihren Angaben ganz.. . ."

Die große Variabilität des Efeus, welche bei der Sortenbestimmung so viele Schwierigkeiten bereitet, ist gleichzeitig aber auch seine Stärke in wirtschaftlicher Hinsicht. Durch die Sortenvielfalt und die immer wieder neu entstehenden Sorten kann dem Kunden immer Abwechslung geboten werden. Wenn auch der im vergangenen Jahrzehnt stark angestiegene Grünpflanzenabsatz seinen Höhepunkt längst überschritten hat, der Efeu hat seinen Platz im Grünpflanzen-Sortiment behauptet und findet als Schalenpflanze, Ampel -und Spalierpflanze vielfältige Verwendung. Oft können die Sortenbeschreibungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Besonders in den Spalten über die Herkunft der Sorten bestehen noch große Lücken. Alte und neue Kataloge von Hedera führenden Betrieben (im In -und Ausland) könnten gute Dienste bei der weiteren Erforschung der Zusammenhänge leisten.

1) Plinius, Historia naturalis (ca. 72 n. Chr. vollendet.)
2) Tobler, Die Gattung Hedera, Jena 1912.

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