Pflegeanleitung für Zimmerefeu

von Ingobert Heieck

Obwohl der Efeu eigentlich eine Freilandpflanze ist, hält er sich gut im Zimmer, wenn man folgendes beachtet:

TEMPERATUR: Vor allem in Winter sollte der Standort nicht zu warm sein. Temperaturen zwischen 10 und 18° C sind günstig.


STANDORT: Der Efeu sollte hell stehen. Jedoch nicht sonnig. Auch an dunkleren Standorten gedeihen grünblättrige Sorten noch gut. Der größte Feind des Efeus ist trockene Zimmerluft, da sie den Befall und die Ausbreitung der Spinnmilben sehr begünstigt.

BEWÄSSERUNG: Stehende Nässe in Untertellern ist zu vermeiden, da sonst die Wurzeln faulen. Die Topfballen können für kurze Zeit austrocknen, ohne dass die Pflanzen Schaden leiden, müssen dann jedoch durchdringend gewässert werden. Eventuell kurze Zeit in ein Wasserbad stellen.

DÜNGUNG: Sie erfolgt im Frühjahr und Sommer, regelmäßig, aber mäßig.

SCHÄDLINGE:

Spinnmilben: Auf der Blattoberseite helle Sprenkel; später wird das Blatt braun und vertrocknet an der ganze Blattfläche, anschließend Blattfall. Auf der Blattunterseite befinden sich zahlreiche winzige Milben in feinen Gespinsten.

Vorbeugende Maßnahmen: Keine hohen Temperaturen, kein Standort über einem Heizkörper von dem Warmluft aufsteigt! Ranken regelmäßig mit Wasser besprühen oder abbrausen, oder, was noch wirksamer ist, ganz in Wasser tauchen, damit auch die Unterseite der Blätter benetzt wird. Im Handel erhältliche Mittel gegen Spinnmilben verwenden, z.B. Pflanzenspray.

Blattläuse: Diese weit verbreiteten Schädlinge sind etwa 2 bis 3 mm lang; sie können grün, gelb, braun oder schwarz sein. Es werden von ihnen besonders die jungen Triebe und die Unterseite der Blätter befallen. Sie saugen an den Pflanzen und hemmen ihr Wachstum; die Blätter vergilben, rollen sich ein und sterben sogar ab. Außerdem scheiden die Blattläuse eine glänzende, klebrige Substanz ab, die “Honigtau“ genannt wird; auf ihr siedelt sich gewöhnlich ein schwarzer Pilzrasen an, der die Blätter unansehnlich macht.

Bekämpfung: Läuse absammeln und töten. Die Pflanzen entweder Kopf unter in lauwarmes Seifenwasser tauchen oder die Stängel und Blätter mit einem in Seifenwasser getränkten Lappen abwischen. Anschließend mit klarem, lauwarmem Wasser abspülen oder stark abbrausen. Bei starkem Befall handelsübliche Schädlingsbekämpfungsmittel verwenden wie Pyrethrum, Pflanzenspray usw.

Schildläuse: Sie siedeln sich meist in der Nähe der Hauptnerven an, sehen wie ovale, ungefähr 3 mm lange Schilde aus. Bei schwerem Befall sind die Blätter und Stängel überall mit harten, kleinen Pusteln bedeckt. Die Pflanzen vergilben und können absterben. Auch die Schildläuse sondern “Honigtau“ ab, auf welchem sich Pilzrasen ansiedeln können.

Bekämpfung: Die Schildläuse mit lauwarmes Wasser und einer Bürste vorsichtig von den Blättern entfernen, dann mit lauwarmen Wasser nachspülen. Stark befallene Pflanzen mit handelsüblichen Mitteln behandeln, wie bei Blattläusen.

Weitere Schädlinge, wie Schmierläuse, Raupen, Thrips und Dickmaulrüsslerlarven werden weniger häufig beobachtet, können aber gelegentlich auch auftreten.

Sollte trotz sorgsamer Beachtung dieser Pflegeanleitung einer Ihrer Efeupflanzen dahinschwinden, werden Sie nicht mutlos. Versuchen Sie es noch mal! Trotzdem dürfte es kaum vorkommen, dass der Efeu welcher den Ruf genießt draußen über 100 Jahre alt zu werden, dieses Alter auch in Ihrer Wohnung erreicht.

Lit.: Efeubriefe 1980-1985, I. Heieck

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